Stand: 05.09.2017 22:01 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Parkinson

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Prof. Dr. Daniela Berg hat im Chat Fragen zum Thema beantwortet.

50 Prozent der Parkinson-Therapie ist Bewegung, so lautete eine der Kernaussagen von Prof. Dr. Daniela Berg im Visite-Chat zum Thema Parkinson.

Bei Parkinson macht die Forschung große Fortschritte. Aber was bringt es, früh über die mögliche Erkrankung Bescheid zu wissen? Welche Möglichkeiten gibt es heute, Parkinson aufzuhalten, die Symptome zu bessern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen?

Die Neurologin Prof. Dr. Daniela Berg vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Talpa: Meine Mutter reibt ihre Finger mehr oder weniger dauerhaft aneinander. Könnte das ein Anzeichen von Parkinson sein? Mein Opa mütterlicherseits hatte diese Krankheit auch.

Prof. Dr. Daniela Berg: Das ist eher untypisch. Man sollte sie aber einmal komplett neurologisch untersuchen.

Kira: Mein Opa hat Parkinson und extremes Augenbrennen. Kann dies zusammenhängen und was kann man tun?

Berg: Das könnte auch mit den Medikamenten zusammenhängen. Sie sollten das mit dem Arzt besprechen.

Mirjam: Was halten Sie von der Tiefenhirnstimulation, wenn dies dem Patienten empfohlen wird?

Berg: Sehr viel. Damit kann man die Symptome der Erkrankung um einige Jahre wieder "vorverlagern". Zittern kann man häufig sehr gut damit behandeln.

Unbekannt: Ist Parkinson erblich?

Berg: Es gibt erbliche Formen. Diese machen fünf bis zehn Prozent aus. In der Regel ist Parkinson jedoch nicht erblich, wobei eine gewisse Veranlagung in manchen Familien vorkommt, wenn mehr als einer betroffen ist.

Melanie: Gibt es Aussichten, dass Parkinson bald heilbar wird?

Berg: Es gibt erste Ansätze für an den Ursachen angreifende Therapien. Diese werden derzeit in klinischen Studien getestet.

Mister P: Wenn Dopamin-Behandlung (Psychose in der Vorgeschichte) nötig, welche medikamentöse Behandlung ist dann möglich?

Berg: Wenn wirklich Parkinson vorliegt, müsste eine niedrig dosierte Dopamin-Behandlung und eine Behandlung mit atypischen Neuroleptika erfolgen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.09.2017 | 20:15 Uhr

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