Stand: 07.03.2017 22:45 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Haarausfall

Eine Frau im Interview.
Haarspezialistin Dr. Natalie Garcia Bartels hat im Visite Chat Fragen zum Thema Haarausfall beantwortet.

Etwa jede fünfte Frau leidet unter lichter werdendem Haar. Mögliche Ursachen sind neben Stress oder hormonellen Ursachen auch beispielsweise Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder ein Angriff des eigenen Immunsystems auf die Haarfollikel. Wenn die richtige Diagnose gestellt ist, kann man mit einer gezielten Therapie den Haarausfall bekämpfen.

Die Hautärztin und Haarspezialistin Dr. Natalie Garcia Bartels aus Berlin hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Anna: Welche Blutwerte sollten bei Haarausfall bei Frauen auf jeden Fall untersucht werden? Ich habe eine kreisrunde kahle Stelle in der Größe eines 20-Cent-Stücks und das Haar dünnt seit Wochen weiter aus. Es wurden nur Schilddrüsenwerte genommen. Eine leichte Unterfunktion wurde festgestellt. Könnte dies auch ein Grund für den Haarausfall sein?

Dr. Natalie Garcia Bartels: Bei kreisrundem Haarausfall sollten die Schilddrüse (TSH, Schilddrüsen-Antikörper) und das Blutbild untersucht werden. Eine Schilddrüsenerkrankung tritt häufig zusammen mit kreisrundem Haarausfall auf, ist aber nicht die Ursache. Die Ursache von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) ist genetisch, also erblich bedingt.

Anna: Gibt es ein Haarshampoo, das nachweislich das Haarwachstum anregt? Zum Beispiel "Plantur 39" oder andere Shampoos?

Garcia Bartels: Nein, bisher gibt es keine Studien, die dies umfassend und ausreichend belegen. Es gibt aber Hinweise, dass dies möglich sein könnte.

Susanne: Ich habe nach hormonabhängigem Brustkrebs eine Chemotherapie und Bestrahlung hinter mir. Behandlungsende war im Oktober 2015. Seitdem zunächst Aromatasehemmer und seit Juli 2016 Tamoxifen. Zunächst hatte ich dicke und dichte Haare, durch die in Folge der Chemotherapie entstandene Glatze habe ich nun dünnes Haar mit Blick auf den Oberkopf. Was kann ich tun?

Garcia Bartels: Sie sollten einen Hautarzt konsultieren, der sich Ihre Kopfhaut genau anschaut und prüft, ob es Anzeichen für den Untergang von Haarfollikeln gibt und ob bei Ihnen eine örtliche Anwendung von Minoxidil infrage kommt.

Unbekannt: Ich bin 29 Jahre alt und habe seit Juni letzten Jahres Haarausfall, der auch zusammen mit schmerzenden Haarwurzeln und einem Pieksen und Jucken der Kopfhaut auftritt. Zudem ist meine Kopfhaut heiß. Ich war schon bei sämtlichen Ärzten und auch beim Osteopathen. Nun bin ich ratlos, da mir niemand helfen kann. Was kann ich tun, damit das aufhört?

Garcia Bartels: In einer Studie an der Charité Berlin konnte ich mit meinen Kollegen einen Zusammenhang von Haarausfall und Missempfindungen an den Haaren feststellen. Dies nennt man Trichodynie. Bisher weiß man nur wenig über deren Behandlung. Am sinnvollsten erscheint es im Moment, die Ursache des Haarausfalls zu behandeln.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 07.03.2017 | 20:15 Uhr

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