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Baker-Zyste am Knie erkennen und behandeln

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Eine Baker-Zyste am Knie ist sehr schmerzhaft und kann die Beweglichkeit einschränken.

Eine Baker-Zyste, auch Poplietal-Zyste genannt, ist eine schmerzhafte Flüssigkeitsansammlung in der Kniekehle. Sie macht sich als Beule vor allem beim Beugen des Gelenks und beim Laufen unangenehm bemerkbar und schränkt die Beweglichkeit ein. Häufig berichten Betroffene auch von Taubheitsgefühlen, Durchblutungsstörungen und Lähmungserscheinungen unterhalb des Knies.

Wie eine Baker-Zyste entsteht

Für eine Baker-Zyste am Knie gibt es vor allem zwei Ursachen:

  • Meist tritt die Flüssigkeitsansammlung als Begleiterscheinung einer Arthrose des Kniegelenks auf. Der Gelenkverschleiß führt zu einer Reizung und Entzündung im Knie. Dadurch wird mehr Gelenkflüssigkeit produziert. Diese sucht sich schließlich den Weg des geringsten Widerstands - oft eine Schwachstelle in der Gelenkkapsel zwischen zwei sogenannten Muskelbäuchen in der Kniekehle. Die austretende, gallertige Flüssigkeit führt zu einer gestielten Aussackung der Gelenkinnenhaut, der Baker-Zyste.

  • Auch andere Reizzustände im Knie, zum Beispiel eine Knorpelwucherung oder ein Meniskusriss, können eine Baker-Zyste verursachen.

Baker-Zyste behandeln

Mit einer Nadel kann ein Arzt die Flüssigkeit aus der Baker-Zyste absaugen und dadurch die Beschwerden vorübergehend lindern. Allerdings füllt sich die Zyste immer wieder neu. Dauerhaft hilft nur die Beseitigung der Ursache:

  • bei einer schweren Arthrose ist das in der Regel ein Gelenkersatz
  • bei Ursachen wie Knorpelwucherung und Meniskusriss ein kleiner Eingriff im Rahmen einer Kniespiegelung (Arthroskopie) und Physiotherapie

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Visite | 17.04.2018 | 20:15 Uhr

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