Stand: 26.03.2018 11:03 Uhr  | Archiv

Parasitenbefall auf Fernreisen vermeiden

Darstellung einer Amöbe. © fotolia Foto: Wire_man
Amöben können in die Blutbahn gelangen und Organe zerstören.

Um schwere Infektionen zu vermeiden, sollten sich Fernreisende vor einer Infektion mit Parasiten wie Amöben und Lamblien schützen. Wichtig ist, dass Urlauber sich an die alte englische Regel halten: "Boil it, cook it, peel it or forget it". Auf Deutsch heißt das so viel wie: "Koch es, brat es, schäl es oder vergiss es." Wasser sollte nur gekocht oder aus frisch geöffneten Flaschen genossen werden.

VIDEO: Parasitenbefall auf Fernreisen vermeiden (15 Min)

Amöben: Gefahr für Organe

Über verunreinigtes Trinkwasser können beispielsweise Amöben in den Dickdarm gelangen. Die Parasiten vermehren sich rasant und können heftige Darmentzündungen, Schmerzen und massive Durchfälle verursachen. Gelingt es den Amöben, die Darmschleimhaut zu durchdringen, überschwemmen sie über die Blutbahn den ganzen Körper und können das Gewebe von Organen zerstören, zum Beispiel in der Leber.

Lamblien: Schwer zu bekämpfen

Unter dem Mikroskop betrachtet sehen Lamblien wie kleine Drachen aus. Die einzelligen Geißeltierchen geraten ebenfalls durch verunreinigtes Wasser in den Darm. Sie führen dort zu Entzündungen und Durchfall, im schlimmsten Fall zerstören sie Gewebe. Typische Symptome sind Schwäche und Appetitlosigkeit. Nachweisen lassen sich Lamblien mit einem speziellen Test, der auf das Eiweiß in den Einzellern reagiert. Lamblien sind allerdings extrem widerstandsfähig und schwer zu bekämpfen. Sind Betroffene durch den Parasitenbefall bereits geschwächt, können Medikamente heftige Nebenwirkungen wie starken Schwindel und Übelkeit auslösen.

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Visite | 27.03.2018 | 20:15 Uhr

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