Stand: 14.08.2018 13:51 Uhr  | Archiv

Abenteuer Diagnose: Myiasis - die Fliegenmadenkrankheit

Nahansicht von Maden © imago/Science Photo Library
Maden können menschliche Wunden und Körperöffnungen befallen.

Die auch als Fliegenmadenkrankheit bezeichnete Myiasis wird durch Fliegenmaden ausgelöst, die sich im Körper des Patienten von dessen Gewebe ernähren. Sie tritt vor allem in ländlichen Gebieten der Tropen oder Subtropen auf, in Mittel- und Südamerika, selten auch in Europa.

VIDEO: Myiasis: Fliegenmaden befallen Wunden (15 Min)

Übertragung durch Wasser, Insekten und Kleidung

Auf die Haut gelangen die Larven zum Beispiel über verschmutztes Wasser, blutsaugende Insekten oder verschmutzte Kleidung, auf denen Fliegen ihre Eier abgelegt haben. Aus den Eiern schlüpfen rasch die parasitären Fliegenmaden. Sie besiedeln kleine Hautverletzungen oder offene Wunden, gern auch abgestorbenes Gewebe. Sie können sich aber auch in Körperöffnungen wie Nase, Augen oder Ohren verstecken.

Symptome: Furunkel, Geschwüre und Juckreiz

Wie tief sich die Maden ins Gewebe eingraben, hängt von der Fliegenart ab. Einige bleiben dicht unter der Oberfläche, andere graben regelrechte Tunnel. Sie führen zur Entwicklung schlecht abheilender Geschwüre und Furunkel, Schmerzen und starkem Juckreiz. Eine Myiasis wird durch Entfernen der Maden und eine gründliche Wundreinigung im Anschluss behandelt.

Experten zum Thema

Dr. Matthias Gutwinski, Facharzt für Allgemeinmedizin
Göttinger Straße 22, 28215 Bremen
Prof. Dr. Markus Zutt, Chefarzt
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Klinikum Bremen-Mitte
St.-Jürgen-Straße 1, 28205 Bremen
www.gesundheitnord.de

Prof. Dr. Dennis Tappe, Infektiologe
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Zentrale Labordiagnostik
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg
www.bnitm.de

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