Stand: 27.08.2018 15:13 Uhr  | Archiv

Fistel im Gehirn: Risiko einer Blutung steigt

Hand fokussiert mit Kugelschreiber Ausschnitt einer MRT-Aufnahme © Fotolia.com Foto: sudok1
Eine Blutung oder ein Venenverschluss im Gehirn lässt sich per CT oder MRT nachweisen.

Nach einer Schädelverletzung oder einem Venenverschluss im Gehirn kann eine sogenannte AV-Fistel entstehen. So werden Kurzschlussverbindungen zwischen einer Arterie und einer Vene bezeichnet. Bei einer AV-Fistel strömt arterielles Blut ohne das normalerweise zwischengeschaltete Kapillarbett direkt in venöse Gefäße. Der höhere Druck führt zu einer Aufweitung der Venen und zum Rückstau des Bluts in Gehirnvenen. Dadurch steigt das Risiko einer Hirnblutung.

Symptome

Je nach Lage der AV-Fistel können unterschiedliche Symptome auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, ein pulssynchrones Ohrgeräusch, Sehstörungen, Lähmungen oder eine Hirnblutung. Je näher die AV-Fistel an den zentralen Strukturen des Gehirns liegt, etwa am Hirnstamm, desto höher ist die Gefahr. Oft bereiten AV-Fisteln längere Zeit keine Beschwerden und bleiben daher lange unentdeckt.

Diagnose

In der Computer- oder Kernspintomografie lässt sich eine Blutung oder der Verschluss einer Vene nachweisen. Eine Darstellung mit Kontrastmittel (Angiografie) zeigt die Missbildung eines Gefäßes.

Therapie

Die Therapie einer AV-Fistel muss der Arzt sehr genau planen. Sie hängt unter anderem ab von der Art der Fistel, ihrer exakten Lage und dem Blutungsrisiko. Oft lassen sich AV-Fisteln mithilfe eines Katheters von innen verschließen, von außen mit einem Clip abklemmen und in seltenen Fällen auch bestrahlen. Unter Umständen müssen mehrere Behandlungsverfahren kombiniert werden, um die Fistel zu beseitigen.

Weitere Informationen
Ein Arzt schaut auf seine Unterlagen © NDR

Abenteuer Diagnose

Bei der "Fahndung" nach der rettenden Diagnose geht es in der Medizin zu wie bei einem Kriminalfall. Abenteuer Diagnose stellt spannende Patientengeschichten vor. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. Karl Wessel, Chefarzt
Neurologische Klinik
Klinikum Braunschweig
Salzdahlumer Straße 90, 38126 Braunschweig
(0531) 595-2285
www.klinikum-braunschweig.de

Prof. Dr. Raimund Firsching, Direktor
Dr. Oliver Beuing, Leitender Oberarzt
Universitätsklinik für Neuroradiologie
Universitätsklinikum Magdeburg A. ö. R.
Leipziger Straße 44, 39120 Magdeburg
(0391) 67-21 681
www.knrad.ovgu.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.08.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Visualisierung: Coronavirus. © picture alliance / 360-Berlin

Corona behandeln: Welche Therapien helfen bei Covid-19?

Ärzte können gezielt Medikamente verabreichen, um schwere Schäden durch das Coronavirus zu verhindern. mehr

Drei verschiedene Sorten Algen auf einem Teller Angerichtet © Colourbox

Frische Algen essen: Ideal für eine gesunde Ernährung

Algen sind reich an Nährstoffen und mittlerweile sehr beliebt. Doch bei einigen Produkten ist Vorsicht geboten. mehr

Eine 3D Grafik einer menschlichen Halsschlagader © panthermedia Foto: Eraxion

Verengte Halsschlagader: Schlaganfall vermeiden

Wer sollte seine Halsschlagadern regelmäßig untersuchen lassen? Und wie lässt sich eine verengte Arterie behandeln? mehr

Eine Frau fasst sich an ihren Bauch, der gerötet dargestellt wird. © Fotolia Foto:  Robert Kneschke

Darmentzündung durch Divertikel richtig behandeln

Divertikulose ist eine Darmerkrankung, die zu schweren Entzündungen führen kann. Was hilft bei Divertikulitis? mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr