Stand: 24.07.2020 15:25 Uhr

Pflanzen im Sommer richtig zurückschneiden

Ein langer Winter und späte Fröste hinterlassen oftmals Schäden an Pflanzen im Garten. Außerdem behindern abgestorbene und verblühte Teile neues Wachstum und können bei feuchter Witterung zur Brutstätte für Pilzerkrankungen wie Mehltau werden. Um dem effektiv entgegenzuwirken, sollten bestimmte Pflanzen nach dem ersten Austrieb, das ist in der Regel ab Juni, zurückgeschnitten werden. Zu diesem Zeitpunkt kann man gut erkennen, welche Pflanzenteile durch Fröste abgestorben sind. Außerdem sorgt ein Rückschnitt in einigen Fällen für eine zweite Blüte.

Erfrorenes und Verblühtes entfernen

Bei üppigen Zierpflanzen wie zum Beispiel der Hortensie können frostgeschädigte und verblühte Pflanzenteile weggeschnitten werden. Das gilt auch für Rosen mit Frostschäden. Zudem fördert ein Rückschnitt bei mehrfach blühenden Edelrosen einen reichhaltigen zweiten und dritten Blütenflor im selben Jahr. Die alten Blütenstände bei Rhododendren sollten ausgeknipst werden, damit die Pflanze besser durchtreiben kann. Bei Gewächsen wie der Akelei bilden sich im Sommer dicke Samenkapseln. Diese sollten abgetrennt werden, wenn man nicht möchte, dass sich die Pflanze im gesamten Garten ausbreitet.

Sommerstauden blühen nach Rückschnitt mehrfach

Eine Pfingstrose mit Samenkaspeln in der Detailansicht.  Foto: Udo Tanske
Bei Stauden-Pfingstrosen dürfen im Sommer nur die Blüten mit den Samenkapseln entfernt werden.

Viele Stauden sind remontierend, das heißt, sie können nach der Hauptblüte erneut blühen. Dabei hilft ein radikaler Rückschnitt etwa bei Sommerstauden wie Lupine, Rittersporn, Frauenmantel oder Phlox. Bei Stauden-Pfingstrosen hingegen ist Vorsicht geboten. Hier sollten nur die welken Blüten samt Samenkapsel abgetrennt werden, damit die Pflanze Kraft fürs kommende Jahr sammeln kann. Der Fruchtstand wird unter dem ersten Blatt abgeschnitten, die welken Stängel können im Spätherbst dicht über dem Boden abgeschnitten werden.

Rankpflanzen nur mit der Hand schneiden

Auch Rankpflanzen wie Blauregen können ab Juni geschnitten werden, selbst dann, wenn sie aufgrund von Frost gar nicht geblüht haben. Ein richtiger Rückschnitt fördert das Blütenwachstum für das nächste Jahr. Allerdings sollten Rankpflanzen immer nur mit der Hand und nicht maschinell beschnitten werden. Die Gewächse sind oftmals Brutplatz und Rückzugsort für heimische Singvögel. Bei der Arbeit mit Maschinen könnten die Tiere verletzt oder ihre Brutstätten zerstört werden.

Nur scharfe Gartenscheren verwenden

Für den Rückschnitt oder auch für das Ausputzen ist die Gartenschere das richtige Werkzeug. Wichtig ist, dass sie wirklich scharf ist, damit die Stängel beim Schnitt nicht gequetscht werden. Sonst könnten sich dort Krankheitserreger festsetzen und die Pflanze schädigen. Es gibt auch spezielle Staudensicheln, die ein leicht gebogenes und gezacktes Schnittblatt haben. Wer mit seinem Werkzeug an einer kranken Pflanze geschnitten hat, sollte die Schere oder Sichel unbedingt desinfizieren, damit die Krankheit beim weiteren Schneiden nicht auf andere Pflanzen übertragen wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 25.07.2020 | 06:50 Uhr

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