Stand: 07.01.2019 16:20 Uhr  | Archiv

Raps: Die goldene Ölfrucht vom Acker

Blühendes Rapsfeld am Leuchtturm Bulk © imago/imagebroker Foto: Siegfried Kuttig
Im April und Mai blühen in Deutschland die Rapsfelder.

Im Frühjahr ist Raps in Norddeutschland nicht zu übersehen. Allein in Niedersachsen leuchten die gelben Blüten für rund vier Wochen auf weit mehr als 100.000 Hektar oder 1.000 Quadratkilometern Ackerland. Dieser sogenannte Winterraps wird bereits im Spätsommer gesät und übersteht als junge Pflanze selbst eisige und schneereiche Winter.

Wertvolles Öl für Küche und Industrie

In erster Linie bauen Landwirte Raps als Ölfrucht an, denn die Saaten enthalten rund 45 Prozent Öl. Viele Haushalte verwenden das hochwertige und vielseitige Rapsöl in der Küche. Außerdem ist es in Margarine enthalten und wird zu biologisch abbaubaren Schmierstoffen, Hydrauliköl sowie Biodiesel verarbeitet. Nachdem das Öl aus den kleinen, dunklen Rapssamen gepresst wurde, werden diese als eiweißhaltiges Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel verwendet. Das gehäckselte Stroh dient schließlich als saugfähige Einstreu für Ställe.

Erst der Honig, dann das Öl

Blüte einer Rapspflanze © imago/Manfred Ruckszio
Die Ölsaat wächst in den Fruchtstielen zwischen Blüte und Stängel.

Doch nicht nur die reifen Pflanzen werden genutzt. Zur Blütezeit stellen Imker ihre Völker gern in der Nähe der Felder auf, denn Bienen sammeln von einem Hektar Fläche Nektar für bis zu 100 Kilogramm Honig. Rapshonig hat einen milden Geschmack, eine cremige Konsistenz und eine weiße bis hellbeige Farbe.

Eine recht junge Kulturpflanze

Allein in Deutschland sind rund 70 verschiedene Rapssorten zugelassen. So können Landwirte nach den speziellen Bedingungen auf ihren Böden und dem regionalen Klima die passenden Sorten auswählen. Obwohl Raps eine jahrtausendealte Pflanze ist, spielt sie für die menschliche Ernährung erst in jüngerer Zeit eine Rolle. Frühe Sorten enthielten die unverträglichen Stoffe Erucasäure und Glucosinolate. So wurde Rapsöl zunächst als Lampenöl verwendet. Erst ab den 1970er-Jahren gelang es Züchtern, diese Stoffe zu entfernen und den sogenannten Doppel-Null-Raps (00-Raps) zu kultivieren. Damit begann der Aufstieg von Raps als Speiseöl- und Futterpflanze. Inzwischen ist er weltweit nach Sojabohnen die am häufigsten angebaute Ölfrucht.

Brassica napus: Ein Kreuzblüten-Gewächs

Reife Rapsschote mit Samenkörnern © imago/blickwinkel
Das Öl steckt in den schwarzen Samen der reifen Rapsschoten.

Raps, den Biologen Brassica napus nennen, gehört zu den Kreuzblüten-Gewächsen. Die einjährige Pflanze hat eine Pfahlwurzel, wird je nach Sorte 30 bis 150 Zentimeter hoch und bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden. Die gelben Blüten sitzen an einem zwei bis drei Zentimeter langen Fruchtstiel. Ausgereift werden daraus schmale, knapp zehn Zentimeter lange Schoten, die jeweils bis zu 20 Samenkörner enthalten.

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