Stand: 14.10.2021 11:41 Uhr

Olivenkraut und Co: Ideen für den Kräutergarten

von Ralf Walter

In vielen Gärten gibt es eine Kräuterecke oder Kräuterspirale mit typischen Gewürzen wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Schnittlauch oder Petersilie. Wer keinen Garten hat, kann diese Kräuter auch in Töpfe pflanzen und hat so immer frische Zutaten zum Kochen griffbereit. Neben den bekannten gibt es auch viele eher unbekannte Kräuter, die für eine besondere Note im Essen sorgen.

Winterhart und mehrjährig: Olivenkraut

Blühendes Olivenkraut in einem Garten. © picture-alliance / dpa Foto: Beate Schleep
Olivenkraut ist sehr aromatisch.

Bei Olivenkraut (Santolina viridis) handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die einen unglaublichen Duft von eingelegten Oliven verströmt und in der modernen Küche bestens eingesetzt werden kann. An den Stängeln befinden sich kleine Nadelblättchen, die einfach abgezupft und dann zu den Speisen gegeben werden.

Olivenkraut ist eine winterharte Staude und mehrjährig. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein und einen gut durchlässigen Gartenboden haben. Das Kraut wird 50 bis 60 Zentimeter hoch und liefert praktisch ohne Ende aromatischen Nachschub. Ein bisschen von den kleinen Nadelblättern auf Fleisch gestreut oder an ein Nudelgericht gegeben, und es schmeckt gleich viel interessanter.

Gyros-Kraut verfeinert Fleisch und Gemüse

Das Gyros-Kraut (Artemisia caucasica) hat sehr aromatische Blätter, die für ein herzhaftes Aroma sorgen. Diese können sowohl frisch als auch getrocknet über Salate, Fleisch oder Gemüse gestreut werden. Das Kraut wächst sowohl im Topf als auch im Gartenbeet und benötigt einen geschützten, sonnigen Standort und im Winter einen Frostschutz. In einigen Gartenmärkten wird es auch unter der Bezeichnung Teppich-Beifuß angeboten.

Salbei-Marzipan für deftige Speisen

Die Blätter des Marzipan-Salbeis (Salvia officinalis "Nazareth") duften sehr stark nach Mandeln und Marzipan. Sie eignen sich gut für deftige Speisen, beispielsweise für Nudel- oder Fleischgerichte. Der Halbstrauch wird etwa 50 Zentimeter hoch und blüht im Sommer blauviolett. Marzipan-Salbei ist insektenfreundlich und mehrjährig, aber nur bedingt winterhart. Er sollte deshalb entweder gut vor Frost geschützt werden oder drinnen überwintern.

Lecker in Salat und als Tee: Lakritz-Tagetes

Ein Zweig Lakritz-Tagetes liegt vor einer Glastasse mit Kräutertee. © imago images / Westend61
Aus Lakritz-Tagetes kann man einen aromatischen Tee aufgießen.

Lakritz-Tagetes (Tagetes filifolia) hat eher filigranes Laub, das ein bisschen an Dill erinnert. Erst ab Oktober zeigen sich die kleinen, unscheinbaren weißen Blüten. Lakritz-Tagetes wird etwa 30 Zentimeter hoch und eignet sich zum Würzen von Suppen und Salaten, lässt sich aber auch mit heißem Wasser übergossen als Tee aufbrühen. Die Pflanze ist mehrjährig, sollte aber den Winter im Haus verbringen. Am liebsten steht Lakritz-Tagetes sonnig bis halbschattig.

Bienenfreundlich: Buschbasilikum und Anisminze

Kleinblättriges Basilikum © imago Foto: CHROMORANG
Buschbasilikum bildet viele kleine Blätter, die unglaublich aromatisch sind.

Buschbasilikum (Ocimum basilicum v. minimum) hat wesentlich kleinere Blätter als das bekannte Genoveser Basilikum. Es ist sehr aromatisch und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Pesto. Es passt auch hervorragend zu Fleischgerichten, Fisch, Salaten, Eintöpfen und verfeinert Soßen. Ein echtes Multitalent also in der modernen Küche. Bei Buschbasilikum handelt es sich um eine einjährige Pflanze. Die Blütezeit beträgt im Jahr sechs bis acht Wochen. Buschbasilikum ist übrigens nicht nur eine schöne Zierpflanze, die Blüten sind auch eine beliebte Bienenweide.

Mehrere Zweige blühende Anisminze liegen auf einem kleinen Korb. © Fotolia.com Foto: blinov
Anisminze bildet ab Mai hübsche kerzenförmige, violette Blüten.

Ebenfalls beliebt bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ist Anisminze (Agastache foeniculum) - auch Anis-Ysop oder Duftnessel genannt. Die mehrjährige Staude wird knapp 1,50 Meter hoch. Die Blüten und Blätter haben einen intensiven Anis-Geschmack und eignen sich gut zum Würzen, etwa von Süßspeisen, Quark oder Kräuterbutter. Anisminze gedeiht gut an sonnigen, nicht zu trockenen Standorten und auf sandig- oder kiesig-lehmigen Böden.

Currykraut schmeckt zu Fisch- und Fleischgerichten

Gelb blühendes Currykraut © Colourbox Foto:  Pics-Stock
Currykraut bildet etwa ab Juli schöne gelbe Blüten.

Die nadelförmigen Blätter des Currykrauts (Helichrysum italicum) verströmen einen intensiven Duft, der stark an die namensgebenden Gewürzmischung erinnert. Currykraut eignet sich zum Würzen von Reis-, Fleisch- oder Fischgerichten. Die Zweige sollten jedoch nur kurz mitgegart werden, da der Geschmack sonst bitter werden kann. Der Halbstrauch benötigt einen möglichst sonnigen Standort und eher trockenen Boden. Currykraut ist nicht winterhart und sollte deshalb am besten in einen Topf gepflanzt werden und drinnen in einem hellen Raum bei Temperaturen um zehn Grad überwintern.

Eberraute - Alte Heilpflanze mit Bitterstoffen

Wassertropfen auf Eberraute © Colourbox
Aus den frischen oder getrockneten Blättern der Eberraute lässt sich Tee brühen.

Die Eberraute (Artemisia abrotanum) ist eine bewährte Heilpflanze, die als Halbstrauch wächst. Die winterharte Pflanze benötigt einen sonnigen Standort und einen trockenen, eher kalkhaltigen Boden. Es gibt zwei Kulturtypen: Kampfer-Eberraute schmeckt eher bitter-herb, die Zitronen-Eberraute intensiven Zitronengeruch. Das relativ bekannte Cola-Kraut (Artemisia abrotanum var. maritima) kann beispielsweise als Getränk aufgebrüht oder zu fettem Fleisch und zum Würzen von Salaten gegessen werden. Eberraute sollte eher sparsam dosiert werden. Als Heilkraut wird die Eberraute unter anderem wegen der Bitter- und Gerbstoffe eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 13.10.2021 | 19:05 Uhr

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