Stand: 01.03.2019 13:37 Uhr

Kräuter auf der Fensterbank und im Beet ziehen

Im Einzelhandel gibt es frische Kräuter zu jeder Jahreszeit. Kräutertöpfe sind jedoch teuer und die Pflanzen gehen häufig schnell ein. Zudem sind ungewöhnliche Kräuter oft schwer zu bekommen. Eine günstigere und einfache Variante ist die Selbstaussaat: Kräuter aus Samen selbst zu ziehen, ist ganz einfach.

Saatgut vor Luft und Feuchtigkeit schützen

Für ein gutes Ergebnis ist die Qualität der Samen entscheidend. Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, frisches Saatgut zu kaufen. Je älter es ist, desto schlechter keimt es. Wichtig ist auch, dass sich die Samen in einer Keimschutzpackung befinden, damit sie vor Luft und Feuchtigkeit geschützt sind. So bleiben die Samen lange keimfähig.

Unterschiede zwischen Licht- und Dunkelkeimern

Bei Samen unterscheidet man zwischen Licht- und Dunkelkeimer. Auf den Samentütchen wird immer angegeben, wie tief die Saat in die Erde muss. Samen von Dunkelkeimern werden vollständig mit Erde bedeckt, mindestens so hoch, wie sie dick sind. Samen von Lichtkeimern hingegen werden nur leicht auf die Oberfläche der Erde gedrückt.

Mini-Gewächshäuser ideal für die Fensterbank

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Mini-Gewächshäuser eignen sich hervorragend, um Kräuter auf der Fensterbank zu ziehen.

Wer bereits Ende Februar/Anfang März mit der Aussaat von Kräutern beginnen möchte, benötigt entweder ein beheiztes Gewächshaus oder kann sie auf der heimischen Fensterbank ziehen. Nicht winterharte Kräuter, wie beispielsweise Basilikum, können gut in Töpfen gezogen werden, da sie ohnehin nicht draußen überwintern können. Praktisch sind kleine Gewächshäuser für die Fensterbank, die man auch selbst basteln kann. Frühbeetkästen aus dem Handel sind häufig mit einer Plastikabdeckung ausgestattet. So herrscht eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit. Dank ihrer Form und Größe finden die Mini-Gewächshäuser auf jeder Fensterbank Platz.

Jungpflanzen pikieren und umpflanzen

Für die Aussaat unbedingt spezielle Anzuchterde verwenden, sie ist ungedüngt und frei von groben Bestandteilen. Die Erde in die vorgesehenen Töpfe geben und mehrere Saatkörner darin verteilen. Wenn sich das erste Blattpaar gebildet hat, wird es Zeit, die Sämlinge zu pikieren, das heißt sie zu vereinzeln. Dafür ein Pikierholz vorsichtig unter eine Jungpflanze setzen und diese mitsamt Wurzeln anheben. Anschließend einzeln in neue Töpfe mit Blumenerde pflanzen. Beim Umpflanzen unbedingt darauf achten, die zarten Wurzeln nicht zu verletzen. Im Topf entwickelt sich der Sämling dann weiter und bildet bald einen Ballen aus.

Kräuter im Beet pflanzen

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Die meisten Kräuter können im Beet frühestens im April ausgesät werden.

Die Aussaat im Freiland beginnt für die meisten Kräuter frühestens im April. Wer im Beet aussät und die Pflanzen länger als eine Saison behalten möchte, sollte bei der Auswahl darauf achten, ob die Sorte winterfest ist. Empfehlenswert ist ein Folientunnel. Besonders wärmebedürftige Kräuter gedeihen darunter gut. Er schützt Saat und Keimlinge vor Witterungseinflüssen und sorgt für höhere Temperaturen und gleichmäßige Luftfeuchtigkeit. Wenn die Sämlinge Wurzeln gebildet haben, sollten die Abstände zwischen ihnen kontrolliert werden. Sie sollten nicht zu dicht nebeneinander wachsen. Wachsen dennoch einige Pflanzen zu eng, einfach die kräftigsten Blattpaare auswählen, die Pflanzen pikieren und an anderer Stelle im Beet wieder einpflanzen.

Saatgut muss nicht immer gekauft werden

Nicht alle Samenarten müssen gekauft werden. Beispielsweise können Samen von Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Fenchel, Dill und Petersilie selbst geerntet und später ausgesät werden. Die Samen werden den Pflanzen entnommen kurz bevor sich deren Fruchtstände öffnen. Nach dem Trocknen werden sie luft- und lichtdicht verpackt.

Kräuter auf Terrasse oder Balkon pflanzen

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 03.05.2018 | 16:20 Uhr

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