Fallobst und Trester als Dünger im Garten verwenden

Stand: 01.10.2020 16:52 Uhr

Fallobst und Trester, also die Pressrückstände, die beim Entsaften entstehen, können im Garten sinnvoll eingesetzt werden: als direkter Dünger, auf dem Kompost oder als Nahrung für Tiere.

Fallobst sollte nicht unterm Baum liegen bleiben, denn faulige Äpfel sind ein Nährboden für Pilze und Schädlinge. Mit ein bisschen Abstand zu den Bäumen bringt aber auch angeschlagenes Obst noch einen Nutzen: Ein Teil der Äpfel, die nicht für den Verzehr geeignet sind, kann für Nützlinge in einer Ecke des Gartens liegen bleiben. Kurz vor dem Winter sind Insekten, Igel und Vögel dankbar für ein solches Büfett.

Trester als Dünger verwenden

Peter Rasch arbeitet Apfeltrester in die Gartenerde ein
Trester von unbehandelten Äpfeln ist ausgezeichneter natürlicher Dünger.

Wer seine Äpfel zu Saft verarbeitet, behält Trester übrig. Die Wenigsten nutzen ihren Apfeltrester, obwohl er ein super Dünger ist. Die Press-Rückstände sind reich an Spurenelementen. Damit keine Schadstoffe im Garten landen, sollte aber nur Trester von unbehandelten Äpfeln als Dünger zum Einsatz kommen. Direkt in den Boden eingearbeitet, kann er seine Wirkung am besten entfalten und dient auch Regenwürmern und anderen nützlichen Bodenlebewesen als Nahrung.

Allerdings gilt hier die Devise "viel hilft nicht viel". Kleinere Mengen des nährstoffreichen Materials können Bodenlebewesen gut weiterverarbeiten. Zu viel Material auf einmal kann zu Fäulnis im Boden führen.

Apfelreste auf den Kompost geben

Das gleiche Prinzip funktioniert auf dem Kompost. Wichtig ist, dass die Schicht aus Apfelabfällen nicht zu dick ist. Dünnere Lagen aus Trester, Rasenschnitt, Gartenabfällen, Laub und Heckenschnitt verrotten besser. Auch Säge- oder Hobelspäne von unbehandeltem Holz dürfen auf den Kompost wandern. Der Kohlenstoff, den sie beim Zerfall freisetzen, ist die perfekte Ergänzung zu den stickstoffreichen Gartenabfällen.

ein Päckchen Trockenbackhefe liegt auf Äpfeln.
Mit einem Päckchen Trockenhefe bringt Peter Rasch den Umsetzungsprozess auf dem Kompost schneller in Gang.

Um die Umsetzung im Komposthaufen zu beschleunigen, nutzt Gartenexperte Peter Rasch effektive Mikroorganismen. Eine Starter-Kultur lässt sich aber auch mit Hausmitteln selbst herstellen: Ein Päckchen Trockenhefe in zehn Litern kaltem Wasser aufgelöst, bringt die Zersetzung in Schwung und die Apfelreste beginnen bald zu gären. Wenn der Kompost zuerst nach Alkohol riecht und später nach Essig, läuft alles richtig.

Nicht in der Grünschnitt-Tonne entsorgen

Doch wenn alle Insekten versorgt sind, Förster und Kleintierhalter Stopp schreien, der Garten umgegraben ist und der Komposthaufen überläuft: Wohin sollen die Apfelreste dann? In die Grünschnitt-Tonne oder den Grünschnitt-Container dürfen Äpfel uns Apfelreste nicht gebracht werden. Dann bleibt wirklich nur noch eins: Eine kleine Grube ausheben, mindestens 50 Zentimeter tief sollte sie sein. Die Apfelabfälle am Boden verteilen und mit Erde abdecken. Aber auch hier gilt: nicht zu viel auf einmal.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 01.10.2020 | 19:30 Uhr

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