Ein Insektenhotel an der Holzwand eines Schuppens. © Colourbox Foto: -

Mit einem Insektenhotel Nützlinge schützen

Stand: 11.05.2022 11:26 Uhr

In sehr ordentlichen Gärten finden Insekten kaum noch Unterschlupf. Ein Insektenhotel schafft Abhilfe und lässt sich leicht selbst bauen.

Gartenabfälle, Laubreste oder Strauchschnitte werden in vielen Gärten weggeräumt und landen oft in der Biotonne. Damit gehen auch Lebensräume für nützliche Insekten verloren. Zudem gefährden Pestizide und Monokulturen ihren Bestand.

Beim Kauf von Insektenhotels auf Qualität achten

Wer keine unaufgeräumten Bereiche oder Totholzstapel im Garten haben möchte, kann mit einem Insektenhotel einen Ausgleich schaffen. Allerdings sind viele der im Handel angebotenen Unterschlüpfe nicht geeignet für die Tiere und erfüllen eher einen dekorativen Zweck - das gilt beispielsweise für Tannenzapfen. Auch sind die ins Holz gebohrten Löcher oftmals zu groß. Zudem kann die Bohrung selbst zur Gefahr werden, nämlich dann, wenn das Holz gesplittert ist. So können sich beispielsweise Bienen mit ihren fragilen Flügeln verletzen. Deshalb ist es wichtig, dass die Löcher ins Längsholz, also parallel zur Rinde, gebohrt und sorgfältig geglättet sind.

Löcher sollten unterschiedlich groß sein

Löcher in Holzstämmen dienen als Insektenhotel © picture alliance / blickwinkel Foto: A. Krieger
Als Material ist nur Hartholz empfehlenswert, die Löcher sollten eine Größe zwischen drei und acht Millimeter haben.

Über 500 Bienen- und Wespenarten leben bei uns - in verschiedenen Größen. Deshalb sollte das Insektenhotel auch mit unterschiedlich großen "Zimmern" ausgestattet werden. So können in abgelagerte Harthölzer wie Buche oder Eiche Löcher zwischen drei und acht Millimeter Durchmesser gebohrt werden. Dabei auf ausreichend Abstand achten und das Loch nur so tief bohren, wie der Bohrer lang ist und nicht bis ans Holzende durchbohren.

Andere Tiere finden in Hohlräumen von Schilf oder Bambus Unterschlupf. Diese können in Lochziegel gelegt werden. Wer mag, kann die Löcher dieser Ziegel auch mit Lehm füllen und Löcher hineinbohren. Wichtig: Vorher unbedingt die scharfen Kanten mit einer Raspel entfernen. Nicht gefüllte Lochziegel sind als Unterschlupf ungeeignet, da die Hohlräume zu groß sind.

Der richtige Standort fürs Insektenhotel

Ein Insektenhotel sollte einen warmen, sonnigen Standort haben, aber möglichst nicht in der prallen Mittagssonne stehen. Einige Larven, wie zum Beispiel die der Hummel, gehen bei extremer Hitze ein. Ideal ist ein vor Wind und Regen geschützter Platz, etwa unter einem Baum. In der richtigen Höhe aufgestellt, bekommt das Insektenhotel dort Morgen- und Abendsonne und ist vor der heißen Mittagssonne geschützt. Steht es frei, ist ein kurzes Vordach empfehlenswert.

Insekten sind nützlich

Mauerbienen an einem Insektenhotel © Imago/Frank Sorge
Mauerbienen nutzen Hohlräume als Nistplatz.

Wildbienen oder Hummeln helfen bei der Bestäubung - rund 80 Prozent unserer Pflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Auch Florfliegen, Schwebfliegen, Ohrwürmer oder Marienkäfer sind sehr nützlich, denn sie ernähren sich von Blattläusen und anderen Schädlingen.

Ein Nützling, der auch in Gewächshäusern eingesetzt wird, ist die Schlupfwespe. Sie ist nur 0,7 Millimeter groß und sticht nicht. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier, am liebsten in die Raupen von Schmetterlingen wie Kohlweißlingen und Gespinstmotten. Auch der Ohrwurm ist ein fleißiger Blattlausjäger. Für ihn reicht schon ein mit Holzwolle gefüllter Blumentopf, der mit der Öffnung nach unten in einem Baum hängt.

Eine Biene fliegt im Berggarten an den Herrenhäuser Gärten auf einen Krokus. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte
AUDIO: Bienen in Not: Mit diesen Tipps können Menschen helfen (40 Min)
Weitere Informationen
Eine Hummel sitzt auf einer lilafarbenen Bienenweide.  Foto: Anja Deuble

Diese Blumen locken Bienen, Schmetterlinge und Hummeln

Viele Insekten haben Probleme Nahrung zu finden. Als Unterstützung können Gartenbesitzer bestimmte Blumen pflanzen. mehr

ein selbstgebauter Hummelkasten © NDR Foto: Udo Tanske

Einen Hummelkasten selbst bauen

Hummeln finden immer schlechter einen Platz zum Nisten. Gärtner Peter Rasch zeigt, wie man einen Hummelkasten baut. mehr

Blühende Ringelblumen in einem Beet. © Colourbox Foto: HDesert

Mit Blumen Bienen in den Gemüsegarten locken

Nicht nur schön anzuschauen: Bienen sorgen durch die Bestäubung für eine reiche Ernte. Eine große Pflanzenauswahl lockt viele fleißige Insekten in den Gemüsegarten. Bildergalerie

Eine Biene sitzt auf einer lila Blüte © NDR Foto: Angela Kittelmann aus Stavenhagen
41 Min

Ein Gartenparadies für Insekten

Insekten spielen eine wichtige Rolle in der Natur. In "Alles Möhre, oder was?!" geht es deswegen in dieser Folge um insektenfreundliche Gärten. 41 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 11.05.2022 | 19:05 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Wildtiere

Artenschutz

Do it yourself

Mehr Gartentipps

Eine Katze schnuppert an einer Grünpflanze © Colourbox Foto: Tanouchka

Vorsicht: Giftige Zimmerpflanzen für Katzen

Monstera, Drachenbaum und Aloe Vera: Viele Zimmerpflanzen sind giftig für Katzen. Was sollten Haustierbesitzer beachten? mehr

Baumschnitt mit einer Gartenschere © Fotolia.com Foto: Raffalo

Gartentipps für Februar

Februar ist der Monat des Gehölzschnitts. Wer den Frühling kaum erwarten kann, zieht Gemüse, Kräuter und Blumen vor. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr