Stand: 04.04.2017 16:36 Uhr

Wildbienen: Kleine Helfer im Garten

von Helge Masch

Ein natürliches Gleichgewicht an Insekten im Garten ist wichtig für die Vermehrung vieler Pflanzen sowie für die Bestäubung von Bäumen, Blumen und Nutzpflanzen. Ein besonderer Helfer ist die Wildbiene. Allein in Deutschland gibt es mehr als 500 Arten, viele davon sind bedroht. Einige Wildbienen-Arten ernähren sich ausschließlich von Pollen und Nektar einer Pflanzenart. Ist diese nicht vorhanden, bleibt die Wildbiene dieser Region fern. Die Insekten suchen ihre Nahrung maximal in einem Radius von 400 Metern. Honigbienen fliegen vergleichsweise bis zu fünf Kilometer, um Futter zu finden. Im Gegensatz zur Honigbiene und einigen Hummelarten benötigt die Wildbiene zum Überleben ausschließlich heimische Pflanzen, die nicht durch Zucht verändert wurden.

Ein Blumenkrasten mit Thymian, Oregano, Schnittlauch und Bohnenkraut. © NDR

Einen Kräuterkasten für Wildbienen bepflanzen

NDR 90,3 - Der Garten -

Pflanzenexperte Helge Masch zeigt, wie man einen Kräuterkasten so bepflanzt, dass er Wildbienen Nahrung bietet. Dafür eignen sich Thymian, Schnittlauch, Oregano und Bohnenkraut.

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Gefüllte Blüten sind für Wildbienen wertlos

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Gefüllte Blumen (re.) haben keine Staubblätter und Fruchtblätter, sie bieten Bienen deshalb weder Pollen noch Nektar.

Pflanzen bestehen aus drei Grundorganen: Wurzel, Spross, und Blatt. Die Blüten werden durch Metamorphosen, also Umwandlungen, des Grundorgans Blatt gebildet. Eine Blüte besteht aus Kelchblättern, Blütenblättern, Staubblättern (Pollen) und Fruchtblättern (Fruchtknoten und Stempel). Bei Pflanzen mit gefüllten Blüten wurden die Staubblätter und die Fruchtblätter nicht ausgebildet. Stattdessen haben sich weitere Blütenblätter entwickelt. Für Wildbienen und auch Honigbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, die Pollen und Nektar suchen, ist eine gefüllte Blüte wertlos, da beides nicht vorhanden ist. Diese Tiere fliegen ausschließlich ungefüllte Blüten an.

Mit Sand gefüllter Kübel eignet sich als Nisthilfe für Sandbienen

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Der mit lehmigem Sand gefüllte Kübel kann im Winter im Beet eingegraben werden.

Viele Wildbienen wie die Sandbienen nisten im Erdboden. Mit einem Kübel an einem sonnigen Standort können sowohl Garten- als auch Balkonbesitzer den Tieren einen Nistplatz schaffen. Der Kübel muss mindestens 25 Zentimeter hoch sein und einen großzügigen Wasserabzug (circa fünf Zentimeter) haben. Auf den Boden kommt eine Schicht Blähton, aufgefüllt wird mit lehmigem Sand. Spielkistensand eignet sich nicht, da die Röhren, die die Bienen graben, sonst immer wieder zurutschen. Um ihn im Winter vor Kälte zu schützen, stellt man den Kübel dicht an die Hauswand oder gräbt ihn im Beet ein. Einige Bienen nisten auch im Sand unter Terrassen. Durch kleine Sandtrichter in den Fugen gelangen sie in ihr circa 20 Zentimeter tiefes und verzweigtes Gängesystem.

Wildbienenhotels mit Legeröhren bieten Platz zum Nisten

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In den sogenannten Legeröhren von Wildbienenhotels legen die Tiere ihre Eier ab.

Wildbienenhotels sind beliebte Dekorationselemente im Garten. Doch sie sind weitaus mehr. Ein Wildbienenhotel mit Lochtiefen von mindestens zehn Zentimetern und Lochdurchmessern von vier bis acht Millimetern sind aktiver Arten- und Wildbienenschutz. Die Löcher, die späteren Legeröhren für die Eier der Bienen, müssen sauber gebohrt sein, damit sich die Wildbienen nicht ihre Flügeldecken aufreißen. Die günstigste Holzart ist Hartholz. Darüber hinaus dürfen die Löcher nicht durchgehend sein. Es eignen sich aber auch Reet, markhaltige Zweige vom Holunder (diese werden von den Bienen "aufgebohrt") oder hohle Stängel von Brennnesseln oder Königskerzen. Leider erfüllen einige Wildbienenhotels diese Anforderungen nicht.

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Wildbienenhotels sollten sonnig und mit den Legeröhren Richtung Süden aufgestellt werden. Wichtig ist, dass das Hotel nicht schwingt. Ein kleines Vordach hält Regen ab. Gemeinschaftsunterkünfte mit anderen Insekten sind nicht empfehlenswert, da andere Insekten sich von den Gelegen der Wildbienen ernähren. Auch Vögel stellen eine Gefahr dar. Dünne senkrecht gespannte Drähte (Abstand circa drei Zentimeter zum Holz und in der Reihe) hält die gefiederten Freunde ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 05.04.2017 | 20:00 Uhr

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