Stand: 25.01.2019 16:57 Uhr

Wildbienen: Kleine Helfer im Garten

Ein natürliches Gleichgewicht an Insekten im Garten ist wichtig für die Vermehrung vieler Pflanzen sowie für die Bestäubung von Bäumen, Blumen und Nutzpflanzen. Ein besonderer Helfer ist die Wildbiene. Allein in Deutschland gibt es mehr als 500 Arten, viele davon sind bedroht. Einige Wildbienen-Arten ernähren sich ausschließlich von Pollen und Nektar einer Pflanzenart. Ist diese nicht vorhanden, bleibt die Wildbiene dieser Region fern. Die Insekten suchen ihre Nahrung maximal in einem Radius von 400 Metern. Honigbienen fliegen vergleichsweise bis zu fünf Kilometer, um Futter zu finden. Im Gegensatz zur Honigbiene und einigen Hummelarten benötigt die Wildbiene zum Überleben ausschließlich heimische Pflanzen, die nicht durch Zucht verändert wurden.

Gefüllte Blüten sind für Wildbienen wertlos

Pflanzen bestehen aus drei Grundorganen: Wurzel, Spross, und Blatt. Die Blüten werden durch Metamorphosen, also Umwandlungen, des Grundorgans Blatt gebildet. Eine Blüte besteht aus Kelchblättern, Blütenblättern, Staubblättern (Pollen) und Fruchtblättern (Fruchtknoten und Stempel).

Bei Pflanzen mit gefüllten Blüten wurden die Staubblätter und die Fruchtblätter nicht ausgebildet. Stattdessen haben sich weitere Blütenblätter entwickelt. Für Wildbienen und auch Honigbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, die Pollen und Nektar suchen, ist eine gefüllte Blüte wertlos, da beides nicht vorhanden ist. Diese Tiere fliegen ausschließlich ungefüllte Blüten an.

Mit Sand gefüllter Kübel eignet sich als Nisthilfe für Sandbienen

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Der mit lehmigem Sand gefüllte Kübel kann im Winter im Beet eingegraben werden.

Viele Wildbienen wie die Sandbienen nisten im Erdboden. Mit einem Kübel an einem sonnigen Standort können sowohl Garten- als auch Balkonbesitzer den Tieren einen Nistplatz schaffen. Der Kübel muss mindestens 25 Zentimeter hoch sein und einen großzügigen Wasserabzug (circa fünf Zentimeter) haben. Auf den Boden kommt eine Schicht Blähton, aufgefüllt wird mit lehmigem Sand. Spielkistensand eignet sich nicht, da die Röhren, die die Bienen graben, sonst immer wieder zurutschen. Um ihn im Winter vor Kälte zu schützen, stellt man den Kübel dicht an die Hauswand oder gräbt ihn im Beet ein. Einige Bienen nisten auch im Sand unter Terrassen. Durch kleine Sandtrichter in den Fugen gelangen sie in ihr circa 20 Zentimeter tiefes und verzweigtes Gängesystem.

Wildbienenhotels mit Legeröhren bieten Platz zum Nisten

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Wildbienenhotels sind beliebte Dekorationselemente im Garten. Doch sie sind weitaus mehr. Ein Wildbienenhotel mit Lochtiefen von mindestens zehn Zentimetern und Lochdurchmessern von vier bis acht Millimetern sind aktiver Arten- und Wildbienenschutz. Die Löcher, die späteren Legeröhren für die Eier der Bienen, müssen sauber gebohrt sein, damit sich die Wildbienen nicht ihre Flügeldecken aufreißen. Die günstigste Holzart ist Hartholz. Darüber hinaus dürfen die Löcher nicht durchgehend sein. Es eignen sich aber auch Reet, markhaltige Zweige vom Holunder (diese werden von den Bienen "aufgebohrt") oder hohle Stängel von Brennnesseln oder Königskerzen. Leider erfüllen einige Wildbienenhotels diese Anforderungen nicht.

Wildbienenhotels sollten sonnig und mit den Legeröhren Richtung Süden aufgestellt werden. Wichtig ist, dass das Hotel nicht schwingt. Ein kleines Vordach hält Regen ab. Gemeinschaftsunterkünfte mit anderen Insekten sind nicht empfehlenswert, da andere Insekten sich von den Gelegen der Wildbienen ernähren. Auch Vögel stellen eine Gefahr dar. Dünne senkrecht gespannte Drähte (Abstand circa drei Zentimeter zum Holz und in der Reihe) hält die gefiederten Freunde ab.

Markhaltige Stängel als Nisthilfe für Mauerbienen

Wer keinen großen Aufwand betreiben, aber dennoch helfen möchte, kann Mauerbienen eine Nisthilfe aus markhaltigen Stängeln anbieten. Besonders geeignet sind Brombeerstängel oder junge Triebe vom Holunder. Diese werden in 10 bis 20 Zentimeter lange Stücke geschnitten und senkrecht, am besten einzeln, zum Beispiel in einen Blumenkasten auf dem Balkon gesteckt oder am Gartenzaun befestigt. Mauerbienen bohren ihre Brutgänge nämlich vorzugsweise in senkrechten Stängeln.

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