Stand: 27.07.2018 10:41 Uhr

Den Garten im Sommer richtig gießen

Pflanzen benötigen im Sommer regelmäßig Wasser, auch wenn es geregnet hat, denn meist reicht die Regenmenge nicht aus. Der Garten muss nicht jeden Tag gegossen werden, dafür aber ausgiebig. Besonders an heißen Tagen ist der Boden so ausgetrocknet, dass das Wasser schnell abfließt und nicht ausreichend im Boden versickern kann. Lieber einmal richtig als mehrmals zu wenig gießen. So können die Pflanzen tiefreichende Wurzeln bilden und werden kräftiger.

Der Experte zeigt die perfekte Bewässerung.

Die richtige Bewässerung im Garten

Nordmagazin -

Gärten, Balkonblumen und Terassenbepflanzungen müssen gut gegossen werden. Aber wie kommt das Wasser richtig an die Wurzeln? Gärtner Peter Rasch gibt Tipps.

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Am besten morgens mit einer Gießkanne bewässern

Wer mit dem Gartenschlauch sprengt, bewässert meist nur oberflächlich. Besser eine Kanne verwenden, sie hat einen dickeren und weichen Strahl. Etwa zwei Gießkannen pro Quadratmeter sind ideal. Nie in der prallen Mittagssonne oder über die Blätter gießen, sonst droht Sonnenbrandgefahr. Am besten sollten die Pflanzen früh morgens, alternativ auch am Abend gegossen werden. Am besten eignet sich Regenwasser zu Bewässerung, das einfach in einer Regentonne aufgefangen werden kann. Wasser aus der Leitung ist häufig zu kalt. Wer es dennoch verwenden muss, sollte es einen Tag lang in der Gießkanne stehen lassen.

Kübelpflanzen regelmäßig gießen

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Oft fließt das Gießwasser bei vertrockneter Erde zu schnell ab und die Wurzeln erhalten nicht genügend Wasser.

Pflanzen in Behältern benötigen besonders intensive Pflege. Sie können im Gegensatz zu den Beetpflanzen nicht tief wurzeln und so an Wasser gelangen. Dabei gilt die Regel: Je kleiner der Behälter, desto mehr Wasser. Hängekörbe können im Sommer sogar zwei Mal pro Tag gegossen werden. Viele Kübelpflanzen machen bei extremer Hitze dennoch schlapp. Sie bekommen gelbe Blätter, schlaffe Triebe, Brandflecken oder vertrocknete Zweige. Oftmals lassen sie sich aber retten. Falsch ist übermäßiges Gießen. Das Wasser sickert meist sofort durch das Abzugsloch am Topfboden.

Um verdorrte Topfpflanzen wiederzubeleben, sollte man die Pflanze besser mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen. Allerdings nur, wenn der jeweilige Blumen- oder Pflanzentopf ein Abflussloch hat. Wenn im Wasser keine Luftblasen mehr zu sehen sind, hat die Erde genügend Flüssigkeit aufgenommen. Danach die Pflanze regelmäßig gießen und überschüssiges Wasser immer sofort abgießen.

Unter ausladenden Pflanzen ist die Erde oft trocken

Unter Bäumen oder besonders ausladenden Pflanzen wie großen Rhododendren, Buchsbäumen oder Koniferen bekommt die Erde rund ums Wurzelwerk auch nach längeren Regenzeiten meist nicht genügend Wasser ab. Auch wenn der Boden oberflächlich nass ist - schon wenige Zentimeter tiefer ist die Erde staubtrocken. Deshalb müssen diese Bereiche mit einer Gießkanne oder einem Schlauch ausgiebig und direkt an der Wurzel gegossen werden, sonst blickt man bald auf hängende Blätter und Zweige.

Auch Rasen braucht viel Wasser

Wer seinen Rasen den gesamten Sommer über grün erhalten will, sollte ihn ausgiebig mit Wasser versorgen. Nur wenn die Wurzeln des Grases optimal mit Feuchtigkeit versorgt werden, bleibt es gesund. Eine Stichprobe zeigt: Zu kurzes Wässern durchdringt nur den Oberboden. Das reicht nicht, um die Wurzeln zu versorgen. Am effektivsten ist es, den Rasen direkt nach einem Regenschauer zu gießen, dann ist der Oberboden schon feucht und das zusätzliche Gießwasser dringt leichter in tiefere Schichten ein. Bei Hitze sollte man den Rasen nicht zu kurz halten. Zu häufiges Mähen macht ihn empfindlicher gegenüber Trockenheit. Wenn der Rasen zwischenzeitlich dennoch braun wird, erholt er sich in der Regel bald wieder.

Hacken und Mulchen schützt vor Verdunstung

Wer mit einer Flachhacke regelmäßig die Beete an der Oberfläche auflockert, kann auf einfache Weise Wasser sparen, denn es verdunstet dann deutlich langsamer und dringt besser in den Boden ein. Zusätzlich hilft es, die Beete zu mulchen. Wenn die Erde beispielsweise mit getrocknetem Rasenschnitt oder klein gehäckseltem Strauchschnitt bedeckt wird, können Wind und Sonne dem Boden nicht so schnell die Feuchtigkeit entziehen.

Perlschläuche verteilen Wasser gleichmäßig

Sogenannte Perl- oder Sprühschläuche sind perfekt für die sparsame und trotzdem effektive Bewässerung von Beeten geeignet. Durch feine Sprühstrahlen - beispielsweise 13 Löcher pro Meter - wird das Wasser gleichmäßig und direkt in die Erde verteilt und verdunstet nicht gleich an der Oberfläche.

Den Garten gießen: Das Wichtigste im Überblick

  • Lieber einmal richtig als mehrfach ein bisschen bewässern
  • Morgens oder abends gießen
  • Statt Gartenschlauch eine Gießkanne nehmen
  • Möglichst abgestandenes Wasser verwenden
  • Beet regelmäßig hacken und zusätzlich mulchen
  • Tropf- und Perlschläuche für sparsame und gleichmäßige Bewässerung einsetzen

Richtig bewässern - So geht's

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 28.06.2018 | 19:30 Uhr

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