Stand: 18.06.2020 14:49 Uhr  - NDR Info

Corona: Welche Regeln gelten für Besuche in Pflegeheimen?

Alten- und Pflegeheime stehen wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor großen Herausforderungen: Gerade ältere und kranke Menschen sind gefährdet. Welche Maßnahmen ergreifen die Länder im Norden, um die Besuche zu regeln?

Welche Regelungen gelten in Niedersachsen?

In Niedersachsen sind sogenannte Besuch-Tandems möglich: Ein Heimbewohner oder eine Heimbewohnerin darf von einer festen Person regelmäßig besucht werden.

Dank der Corona-Lockerungen seit dem 8. Juni dürfen Bewohner von Pflege-Einrichtungen diese unter Auflagen etwa für Spaziergänge und Einkäufe kurzzeitig verlassen.

Wie ist die Situation in Schleswig-Holstein?

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Pflegebedürftige in Heimen und Menschen in anderen Einrichtungen dürfen in Schleswig-Holstein seit dem 4. Mai wieder Besuch bekommen. Dabei gilt im Allgemeinen, dass zu jeder Person in einem Heim oder einer Behinderteneinrichtung eine feste Kontaktperson unter strengen Hygiene-Vorkehrungen wieder Zugang bekommt.

Dazu verpflichtet sind die Einrichtungen erst seit dem 15. Juni. Bis dahin sollten die Heime ein Besuchskonzept erstellt haben, das den Bewohnern Kontakt zu Angehörigen ermöglicht. Analog zu den Hygienekonzepten sind darin Maßnahmen für den Infektionsschutz zu treffen.

Seit dem 8. Juni dürfen zudem die Tagespflege-Einrichtungen mit entsprechendem Hygienekonzept in den Regelbetrieb zurückkehren. Dabei soll die Anfahrt der Pflegebedürftigen möglichst individuell erfolgen.

Welche Regelungen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern?

In den Pflege-Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit dem 15. Juni pro Woche zwei Personen für eine Stunde oder eine Person an mindestens zwei Tagen zu Besuch kommen. Außerdem dürfen die Heime Ausnahme-Anträge stellen.

Welche Besuchsregeln gelten in Hamburg?

In Hamburg gelten strenge Besuchsregeln in den Pflegeheimen. Seit dem 15. Juni ist die Besuchserlaubnis ausgeweitet: Pflegeheim-Bewohner dürfen seitdem pro Woche drei statt bisher eine Stunde Besuch empfangen. Außerdem können drei statt bisher nur ein Besucher pro Woche nach vorheriger Anmeldung und Terminvergabe in die Einrichtung kommen.

Alle Besucherinnen und Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Sterbebegleitung ist von diesen Einschränkungen ausgenommen.

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Was bedeuten die Einschränkungen für die Menschen in Pflegeheimen?

Nicht immer ist den Menschen in den Altenheimen leicht zu vermitteln, warum Schutzmaßnahmen wie ein Besuchsverbot oder das Tragen von Schutzkleidung so wichtig sind. So berichtete Bettina Enßlen von der Wolfsburger Diakonie, dass etwa die demenzkranken Bewohnerinnen und Bewohner des Hanns-Lilje-Heims die Abstandsregeln nicht verstünden: "Sie haben einen großen Bewegungsdrang. Man kann ihnen nicht erklären, warum sie auf ihren Zimmern bleiben sollen." Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) erklärte, die eingeschränkten Kontakte zwischen Bewohnern von Pflegeeinrichtungen und ihren Angehörigen könnten sogar zu gesundheitlichen Risiken führen. Denn der Personalmangel habe in vielen Heimen dazu geführt, dass Angehörige auch Pflege-Aufgaben übernehmen. Dabei gehe es zum Beispiel um ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und auch um Hilfe beim Essen.

Was kann jeder Einzelne für ältere Menschen tun?

Auch wenn Abstand halten und soziale Isolierung geboten sind - es gibt zahlreiche Initiativen von Menschen, die die Senioren in der Corona-Krise nicht allein lassen wollen. Unter anderem bieten in den sozialen Medien und Nachbarschafts-Netzwerken zahlreiche Freiwillige ihre Hilfe und seelischen Beistand für ältere Menschen an. In Hamburg hat die Stadt die Initiative "Hamburg hilft Senioren" gestartet. Unter der Rufnummer 040/428 288 000 können sich täglich von 7 bis 19 Uhr Menschen melden, die zum Beispiel Einkäufe für Ältere erledigen oder mit Senioren am Telefon sprechen wollen. Auch Ältere, die Hilfe benötigen, können sich unter dieser Nummer melden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 14.05.2020 | 23:00 Uhr

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