Stand: 27.05.2020 15:43 Uhr  - NDR Info

Schul- und Kita-Öffnungen: Die Regelungen im Norden

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, folgten alle Bundesländer einer Empfehlung von Bund und Ländern vom 12. März und schlossen Schulen und Kitas. Inzwischen wird der Schulbetrieb und die Betreuung in den KItas wieder nach und nach hochgefahren. Welche Regelungen gelten zurzeit in Norddeutschland? Wie geht es weiter? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie ist die Situation an Schulen in Niedersachsen?

In Niedersachsen hat der Unterricht für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 am 27. April begonnen, seit dem 4. Mai gehen auch rund 70.000 Viertklässlerinnen und Viertklässler zeitweise wieder in die Schule. Am 11. Mai wurden die ersten Abi-Klausuren geschrieben und die Schülerinnen und Schüler der Stufe 12 kehrten zurück in die Klassenräume. Seit dem 18. Mai sind die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 an Grundschulen sowie die Klassen 9 und 10 an Gymnasien zurückgekehrt. Am 25. Mai folgten dann die 11. Klassen. Der 3. Juni ist der Stichtag für die 2., 7. und 8. Klassen. Am 15. Juni sind schließlich die 1., 5. und 6. Klasse an der Reihe. Die Sommerferien beginnen in Niedersachsen am 16. Juli.

Das Hygienekonzept für die Schulen des Landes sieht vor, dass sich in einem Klassenzimmer maximal 16 Kinder aufhalten dürfen. Masken müssen im Unterricht nicht getragen werden, für die Pausen sind sie freiwillig.

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Welche Regelungen gelten in Schleswig-Holstein?

In Schleswig-Holstein haben die Abiturprüfungen wie geplant am 21. April begonnen. Auch die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen zum Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und Mittleren Schulabschluss (MSA) wurden aufgenommen. Seit dem 27. April laufen die Prüfungen an den 34 beruflichen Schulen im Land. Am 6. Mai durften auch die 4. Klassen der Grundschulen und die 6. Klassen der Gymnasien nach mehreren Wochen Homeschooling wieder zurück in ihre Klassenzimmer. Zudem wurden die Berufsschulen geöffnet.

Am 25. Mai kehrten auch die Klassen 1 bis 3 an den Grundschulen und die Jahrgänge 8, 9 und 10 an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zurück. Wer wie oft kommen darf, ist unterschiedlich und hängt vom Platz an der jeweiligen Schule ab. Ebenfalls seit dem 25. Mai sind Nachmittagsangebote für Schüler möglich, die dann in der Schule sind. Auch Mensen dürfen bei Bedarf wieder öffnen.

Ab dem 1. Juni sollen dann alle Jahrgangsstufen zumindest zeitweilig wieder Präsenzunterricht erhalten. Das betrifft in den Gemeinschaftsschulen und denen mit Oberstufe die 5., 6. und 7. Klassen sowie in den Gymnasien die Jahrgänge 5, 7 und 9.

Ab dem 8. Juni sollen alle Grundschüler täglich im Klassenverband in die Schule gehen. Dazu wird in den einzelnen Klassen die Abstandsregelung aufgegeben. Weitere Hygiene-Vorschriften bleiben bestehen - so wird beispielsweise das Toben in den Pausen auf dem Schulhof nicht möglich sein.

In der letzten Woche vor dem Beginn der Sommerferien - ab dem 22. Juni - sollen alle anderen Jahrgänge im Klassenverband in die Schule gehen können - allerdings mit Einschränkungen, das heißt nicht alle auf einmal. Die Sommerferien beginnen in Schleswig-Holstein am 29. Juni

Mit Beginn des neuen Schuljahres am 10. August soll ein Regelbetrieb an allen Schulen gestartet werden, der nach Angaben der Landesregierung dem Präsenzunterricht zu Zeiten vor der Corona-Pandemie sehr nahe kommt.

An den Schulen in Schleswig-Holstein gelten wie überall strikte Hygiene-Vorschriften. Das Bildungsministerium empfiehlt darüber hinaus das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den Schulen auf Laufwegen, Fluren und in den Pausen. Wer auch im Klassenzimmer eine Maske tragen will, kann das tun. In Schulbussen sind Masken Pflicht.

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Wie ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern?

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird die Wiederaufnahme des Unterrichts gestaffelt. Am 27. April kehrten zunächst diejenigen Klassen in die Schulen zurück, die unmittelbar vor Abschlussprüfungen stehen: Abiturienten, Berufsschüler, die 10. Klassen an Regional- und Gesamtschulen und solche Gymnasial-Zehntklässler, die die Mittlere Reife ablegen. Am 4. Mai folgten die 4. Klassen der Grundschulen und diejenigen Schülerinnen und Schüler, die im kommenden Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen: die 11. Klassen an Gymnasien sowie die 9. Klassen an Regional- und Gesamtschulen.

Seit dem 14. Mai läuft der Präsenzunterricht für die Grundschulklassen 1, 2 und 3 sowie die Orientierungsstufenklassen 5 und 6. In den Regionalschulen hat am 14. Mai der Unterricht in den Schulräumen für die Klassenstufen 7 und 8 wieder begonnen. Seit dem 18. Mai sind an den Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe die 10. Klassen wieder im Einsatz. Die Klassen 7 bis 9 sollen bis zum Pfingstwochenende folgen. Noch vor den Sommerferien (Beginn: 22. Juni) sollen die Schülerinnen und Schüler aller Stufen zumindest tageweise wieder in die Schulen zurückkehren. Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln ist für jeden Schüler aber jeweils nur ein Präsenztag pro Woche in kleinerer Gruppe und ein Konsultationstag geplant.

Für die 1. bis 4. Klassen ist seit dem 25. Mai zudem eine an den Unterricht anschließende Hortbetreuung (täglich maximal vier Stunden) geplant. Laut Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sei es das Ziel, den Hort für die Schüler der Klassen 1 und 2 ganzwöchig anzubieten - je nach den regionalen Möglichkeiten.

Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder bei denen ein Familienmitglied einer Risikogruppe angehört, können auf Antrag von der Schulpflicht ausgenommen werden.

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Wie regelt Hamburg den Schulunterricht?

In Hamburg hat am 27. April der Präsenzunterricht wieder begonnen. Auch in der Hansestadt geschieht dies schrittweise. Zunächst kehrten Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, in die Schulen zurück. Das betraf an den Stadtteilschulen die Klassen 9 und 10 sowie die 10. Klassen der Gymnasien. Hinzu kamen jeweils die Abiturjahrgänge und die Prüflinge an den Berufsschulen. Seit dem 4. Mai gibt es auch für die 4. Klassen der Grundschulen, die 6. Klassen der Gymnasien sowie die Oberstufen von Stadtteilschule und Gymnasium eingeschränkt Präsenzunterricht. Seit dem 25. Mai dürfen alle Hamburger Schülerinnen und Schüler zumindest einmal pro Woche für mindestens fünf oder sechs Stunden wieder in ihren Schulen unterrichtet werden - in Kleingruppen von maximal 15 Schülerinnen und Schülern.

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Werden Notbetreuungen für die Kinder angeboten?

Ja, Notbetreuungen gibt es sowohl in Schulen als auch in den Kitas im Norden. Zunächst durften allerdings nur Kinder von Eltern betreut werden, die in bestimmten Berufsgruppen arbeiten. Die Regelungen dazu traf jedes Bundesland selbst. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern vom 15. April wurden die Angebote zur Notbetreuung in Schulen und Kitas im Norden ausgebaut. So können zum Beispiel auch Alleinerziehende die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Am 7. Mai haben Bund und Länder beschlossen, die Kinderbetreuung ab dem 11. Mai stufenweise in allen Bundesländern nochmals zu erweitern. Bis zu den Sommerferien soll jedes Vorschulkind noch einmal die Kita besuchen können.

Welche Regelungen gibt es für Kitas in Schleswig-Holstein?

In den Kitas in Schleswig-Holstein gilt seit dem 16. März ein Betretungsverbot, nur eine Notbetreuung wird angeboten, die im April nochmals erweitert wurde. Den Beschlüssen der Landesregierung vom 7. Mai zufolge wurde die Auslastung der Kitas zum 18. Mai auf etwa 30 Prozent erhöht. Vorschulkinder und Kinder mit Förderbedarf dürfen wieder in die Kitas. Die maximale Gruppengröße steigt von fünf auf zehn Kinder.

Vom 1. Juni an endet die bisherige flexible Notbetreuung in den Kitas und es startet ein eingeschränkter Regelbetrieb. Dabei wird die Gruppengröße von 10 auf 15 Kinder erhöht. Geplant ist die Vollzeitbetreuung aller Vorschulkinder und aller Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf und/oder Sprachförderbedarf. Die Betreuung aller weiteren Kinder erfolgt in festen Gruppen tage- oder wochenweise im Wechsel. Die Detailsteuerung vor Ort regeln die Einrichtungen.

Vom 22. Juni an soll der volle Regelbetrieb unter Auflagen und abhängig der infektionsepidemiologischen Gesamtsituation ermöglicht werden. Ausnahmen sind in der Woche bis zum 28. Juni möglich. Spätestens zu Beginn der Sommerferien soll die Rückkehr in den Regelbetrieb flächendeckend erfolgt sein.

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Was gilt für Kitas in Niedersachsen?

Auch in den niedersächsischen Kitas findet derzeit nur eine Notbetreuung statt. Die Betreuungsquote soll bis zum 8. Juni auf bis zu 50 Prozent ausgeweitet werden. Am 1. August soll dann wieder ein Regelbetrieb in den Kitas anlaufen.

Die private Betreuung von höchstens fünf Kindern, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, ist wieder zulässig. Die Kindertagespflege konnte ab dem 11. Mai in den regulären Betrieb zurückkehren - sowohl über einzelne Tagesmütter und -väter als auch in den Großpflegestellen.

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Wie regelt Hamburg die Kinderbetreuung in den Kitas?

Auch in Hamburg gibt es derzeit nur eine Notbetreuung. Seit dem 18. Mai kehren die Hamburger Kitas schrittweise in vier Stufen in einen eingeschränkten Regelbetrieb zurück. Der Plan von Sozialministerin Melanie Leonhard (SPD) sieht vor, dass bis Ende Juli alle Altersgruppen wieder betreut werden können. Als erstes durften die Fünf- und Sechsjährigen wieder in die Kita gehen. Ab dem 4. Juni folgen auf die Vorschulkinder die Viereinhalbjährigen und Geschwisterkinder. Wenn es keine Rückschläge bei den Neuinfektionen gibt, könnten dann schon bald die Fünfjährigen folgen, Ende Juni die Dreijährigen und in einem letzten Schritt im Juli die Krippenkinder.

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Welche Regelungen gelten für Kitas in Mecklenburg-Vorpommern?

Vom 18. Mai an konnten zunächst die Vorschulkinder in die Kitas zurückkehren - die einzelnen Gruppen sollen sich dabei im Tagesablauf nicht durchmischen. Seit dem 25. Mai soll der Übergang zum Regelbetrieb eingeleitet werden. Für die Kinder vollzeitbeschäftigter Eltern soll spätestens vom 2. Juni an wieder eine umfassende Betreuung in den Kitas und Krippen in Mecklenburg-Vorpommern gewährleistet werden.

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NDR Info | Nachrichten | 26.05.2020 | 16:00 Uhr