Stand: 17.09.2020 12:57 Uhr

Kieler Experten: Wirtschaftseinbruch kleiner als erwartet

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie könnten etwas weniger schlimm ausfallen als der Einbruch zur Finanzkrise 2009. Davon geht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel in seiner Herbstprognose aus. Das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert aller Waren und Dienstleistungen umfasst, wird laut IfW-Prognose in Deutschland in diesem Jahr um fünfeinhalb Prozent zurückgehen. Im Juni waren die Experten noch von einem Minus von fast sieben Prozent ausgegangen.

Die Wirtschaft habe sich schneller erholt als erwartet. Grund zur Freude ist das allerdings nicht, denn bis sich vor allem der Arbeitsmarkt in Deutschland vom Lockdown erholt, wird es nach Ansicht der Experten noch eine ganze Weile dauern.

Arbeitsmarkt erholt sich langsamer

Der Arbeitsmarkt leide noch unter der Wucht der Pandemie, sagt IfW-Konjunktur-Experte Stefan Kooths. "Wir gehen davon aus, dass wir die Krise etwa Mitte des Jahres vom Tiefpunkt her erreicht haben. Aber insgesamt hat dieser Corona-Schock etwa 800.000 Arbeitsplätze gekostet. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis über das kommende Jahr hinaus, bis diese Jobverluste wieder aufgeholt sind."

Kooths rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote auch im nächsten Jahr noch über der des Vorkrisenjahres 2019 liegen wird. Die weitere Erholung dürfte mühsamer werden und an Tempo einbüßen.

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Drei wehende Flaggen vor dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel © NDR Foto: Fin Walden

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.09.2020 | 13:00 Uhr

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