Gedenktag: Landtag in SH erinnert an Opfer der NS-Zeit

Stand: 27.01.2022 12:15 Uhr

Der 27. Januar ist der internationale Holocaust-Gedenktag. Weltweit wurde deswegen am Donnerstag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert - auch in Schleswig-Holstein.

Der schleswig-holsteinische Landtag hat an die Schrecken der NS-Zeit erinnert und der Opfer gedacht. "Dieser Tag, der 27. Januar, ist ein Schlüsseldatum unserer Geschichte, ein Bezugspunkt für all das, was uns als freiheitlich-demokratische Gesellschaft ausmacht", sagte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) in seiner Gedenkrede. Er betonte, dass für das Bewahren unserer Demokratie und eine Zukunft ohne Hass, Gewalt, Rassismus und Antisemitismus die Erinnerung und die Auseinandersetzung mit der Geschichte von elementarer Bedeutung seien. "Wir gedenken der Millionen Frauen, Männer und Kinder aller Völker, die von Deutschen und ihren Verbündeten ausgegrenzt, entrechtet, gequält und ermordet wurden", sagte Schlie im Plenum.

Schweigeminute im Landtag

Die Flaggen am Landtag wehen am Donnerstag am internationalen Gedenktag auf Halbmast. Zu Beginn der Plenar-Sitzung gab es eine Schweigeminute. Die ursprünglich für den Abend geplante Gedenkveranstaltung musste angesichts der Corona-Pandemie abgesagt werden. Stattdessen soll es Anfang Mai eine zweitägige Erinnerungsveranstaltung in Neustadt (Kreis Ostholstein) geben.

Landespolizei erinnert an getöteten jüdischen Anwalt

Auch an vielen anderen Orten in Schleswig-Holstein wurde am Donnerstag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Am Mahnmal in Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) ist ein Kranz niedergelegt worden. Dort hatten die Nazis 1944 damit angefangen, 1.600 Gefangene aus dem dänischen Fröslee in Viehwagen einzupferchen und in Konzentrationslager zu bringen - die meisten von ihnen ins KZ Neuengamme bei Hamburg. 1998 hat die dänische Duborg-Skolen in Flensburg das Mahnmal gebaut, um an die Gräueltaten in Harrislee zu erinnern.

Und auch die Landespolizei gedacchte mit einer Kranzniederlegung am Grab des jüdischen Rechtsanwaltes Friedrich Schumm auf dem jüdischen Friedhof in Rendsburg der Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Schumm war 1933 von SA- und SS-Angehörigen im Kieler Polizeigefängnis erschossen worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.01.2022 | 12:00 Uhr

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