Figurentheater in Lübeck: Abriss per Hand

Stand: 24.01.2021 06:00 Uhr

Wenn ein Haus in engen Altstadtgassen steht, dann wird der Rückbau zum Kunststück. Seit knapp zwei Wochen wird das Figurentheater-Museum in Lübeck am Kolk Stein für Stein abgetragen.

Die Arbeit per Hand ist mühselig. Das alte Mauerwerk aus den 1880er-Jahren ist unberechenbar. Denn keiner weiß genau, welche Materialien wie verbaut worden sind. Außerdem dürfen die historischen Nachbarhäuser durch den Abbruch nicht beschädigt werden.

Einziges Hilfsgerät: Elektrischer Meißelhammer

"Auf den Böden darf nichts abgesetzt werden. Wir sind nicht sicher, was sie tragen", erklärt Polier Irfon Memedi. Die Decken sind morsch. Schweres Gerät kann also nicht eingesetzt werden. Und somit ist das einzige Hilfsmittel, das zum Einsatz kommt, ein elektrischer Meißelhammer. Der Kran mit der Absetzmulde für den Bauschutt schwebt in der Luft. Mit Bagger und Abrissbirne wäre man in sechs Tagen fertig. So dauert der Abriss mit der Hand rund sechs Wochen.

Neubau für Figurentheater - erste Vorstellung 2023

Der Rückbau ist Teil einer Großbaustelle in der Lübecker Altstadt. Drei alte Gebäude werden saniert, zwei neue werden gebaut. Das Museum soll in drei Jahren in ein saniertes, denkmalgeschütztes Haus umziehen. Das Theater bekommt einen Neubau, der nach dem Abriss am alten Ort entstehen soll. Die erste Vorstellung wird es allerdings wohl erst 2023 geben. In der Planung ist eine Shakespeare-Produktion, verrät Stephan Schlafke, der künstlerische Leiter des Figurentheaters.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 24.01.2021 | 19:30 Uhr

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