Neun-Euro-Ticket vor einer U-Bahn in Hamburg, © picture alliance

Erste Bilanz: Neun-Euro-Ticket verkauft sich gut in SH

Stand: 05.07.2022 12:42 Uhr

Das Neun-Euro-Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr ist vor gut einem Monat eingeführt worden. Das Ziel: Pendler sollen entlastet werden. Und: Mehr Menschen sollen den ÖPNV nutzen. In Schleswig-Holstein klappt das nach ersten Einschätzungen der Verkehrsbetriebe offenbar gut.

Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) ist mit der bisherigen Resonanz auf das Neun-Euro-Ticket zufrieden. Bis zum 21. Juni seien in Schleswig-Holstein bislang rund 230.000 Tickets verkauft worden, weiß Sprecher Dennis Fiedel. Davon waren den Angaben zufolge rund zehn Prozent mobile Tickets. Die über die Deutsche Bahn verkauften Neun-Euro-Tickets seien in diesen Zahlen nicht enthalten, da sie direkt an den Deutschlandtarifverbund gemeldet würden, so Fiedel. "Für Juli und August rechnen wir mit einer ähnlichen Nachfrage."

In Lübeck kommt das Neun-Euro-Ticket gut an

In Lübeck zum Beispiel sind seit dem Start des vergünstigten Monatsticket in den Bussen des Stadtverkehrs etwa ein Drittel mehr Fahrgäste unterwegs. Für den Monat Juni wurden in Lübeck allein über die Verkaufsstellen des Stadtverkehrs nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Neun-Euro-Tickets verkauft. Die Verkaufszahlen anderer Stellen, wie der NAH.SH App und der DB Navigator, sind darin nicht enthalten.

Auch in Flensburg und Kiel wird mehr Bus gefahren

In Flensburg hat Aktivbus bislang 22.000 der Neun-Euro-Tickets an den Mann und die Frau gebracht. Die Auslastung der Flensburger Busse ist nach Angaben des Betreibers Aktiv Bus deutlich gestiegen. Auch in Kiel sind laut Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) spürbar mehr Menschen in den Bussen unterwegs, besonders bei gutem Wetter auf den Strandlinien. Konkrete Zahlen kann die KVG aber nicht nennen, da im Juni wegen der Kieler Woche die Busse ohnehin stark ausgelastet gewesen seien. "Da waren einige Züge so voll, dass Fahrräder und teilweise auch Reisende nicht mehr mitgenommen werden konnten", sagt Nah.SH Sprecher Fiedel.

Volle Züge in den kommenden Wochen erwartet

Für die nächsten Wochen rechnet Fiedel an den Wochenenden vor allem auf den Strecken zu den Stränden weiterhin mit teilweise sehr vollen Zügen. "Die Bahnunternehmen haben alle verfügbaren Fahrzeuge und Mitarbeiter im Einsatz. Trotzdem ist es absehbar, dass das beispielsweise bei einigen Verbindungen an die Lübecker Bucht oder nach Sylt nicht ausreichen wird", betont der Unternehmenssprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.07.2022 | 12:00 Uhr

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