Stand: 21.08.2020 17:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona: Reiserückkehrer ignorieren Meldepflicht

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Schleswig-Holstein kommt, muss sich an bestimmte Regeln halten. Eine Regel besagt, dass sich die Reisenden beim Gesundheitsamt melden müssen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg haben das rund 200 Personen aber nicht getan, berichtet der dortige Landrat, Christoph Mager (CDU).

Anfragen von NDR Schleswig-Holstein bei anderen Kreisen haben jetzt ergeben, dass es auch dort das Problem gibt. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind beispielsweise rund 30 Frauen und Männer dieser Pflicht bislang nicht nachgekommen. Der Kreis Segeberg geht von einer dreistelligen Zahl von Personen aus, die sich nicht beim Amt gemeldet haben. Besser sieht es in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg aus. Dort haben sich die meisten Rückkehrer ordnungsgemäß gemeldet.

VIDEO: Corona: Gesundheitsamt fehlen Meldungen von Rückkehrern (2 Min)

Aussteigerkarte reicht nicht

Die Kreise weisen daraufhin, dass es nicht ausreicht, im Flieger die sogenannte Aussteigerkarte auszufüllen. Die Meldung beim Amt ist genauso Pflicht wie eine 14-tägige Quarantäne, die nur mit zwei negativen Corona-Tests verkürzt werden kann. "Die Menschen kommen zurück und wissen zum Teil nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen", sagt Segebergs Landrat Jan Peter Schröder (parteilos). Deswegen wird nun versucht, die betroffenen Personen telefonisch zu erreichen. Dafür wird die Zahl der Mitarbeiter im Segeberger Gesundheitsamt aufgestockt.

Hohes Bußgeld droht

Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert eine Strafe von bis zu 10.000 Euro. Land und Kassenärztliche Vereinigung weisen daraufhin, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten bei den zusätzlichen Teststationen in Schleswig-Holstein vorrangig testen lassen können.

Weitere Informationen
Reiserückkehrer warten in einer Schlange am Flughafen Hannover auf ihren Corona-Test. © picture-alliance

Landrat: Rückkehrer halten sich nicht an Corona-Auflagen

Der Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg beklagt, dass die "wenigsten Reiserückkehrer" aus Risikogebieten sich beim Gesundheitsamt melden würden. Allein dort geht es um mehr als 200 Fälle. mehr

Gesundheitsminster Heiner Garg (FDP) blickt seriös in die Kamera bei einem Interview. © NDR

Corona-Test-Panne in Bayern: Garg ärgert sich über Söder

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Garg hat sehr verärgert auf die Corona-Test-Panne in Bayern reagiert. Er kritisierte die anlasslose Massentestung von Reiserückkehrern scharf. mehr

Eine Person mit blauen Handschuhen hält ein Abstrichstäbchen in der Hand. © photocase Foto: Luisrojas

Garg will zwei Corona-Tests für Reiserückkehrer

Bei ihrer Ankunft und einige Tage später sollen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. Das hat Gesundheitsminister Garg angekündigt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.08.2020 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Das Sparkassen-Logo im Pflaster vor der Sparkasse Hohenwestedt © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Förde Sparkasse und Sparkasse Mittelholstein kündigen Fusion an

Eine Fusion der Sparkasse Mittelholstein und der Förde Sparkasse rückt näher. Die Aufsichtsgremien der beiden Häuser haben mitgeteilt, dass sie den Gesprächen zugestimmt haben. Ein Jobabbau sei nicht geplant. mehr

Reiterhof in Quickborn © NDR Foto: Doreen Pelz

Haftbefehl erlassen nach Tod auf Reiterhof in Quickborn

Zehn Wochen nach dem tödlichen Schuss auf einen Reiterhofbesitzer in Quickborn ist der mutmaßliche Täter gefasst worden. Er wurde in Hamburg festgenommen. Ein Richter erließ Haftbefehl. mehr

Der verstorbene Regisseur der Karl-May-Spiele Norbert Schultze jr. schaut in die Kamera. © Karl-May-Spiele Bad Segeberg / Presse Foto: Claus Harlandt

Karl-May-Spiele: Trauer um Norbert Schultze jr.

Der langjährige Regisseur der Karl-May-Spiele Bad Segeberg, Norbert Schultze jr., ist tot. Er starb nach Angaben der Kalkberg GmbH im Alter von 78 Jahren in Hamburg. mehr

Jutta Just, eine der Koordinatorinnen der Flüchtlingshilfe. © NDR Foto: Peer-Axel Kroeske

Flüchtlingshelferin Just: "Die meisten werden hierbleiben"

Vor fünf Jahren kamen Tausende Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein. Flüchtlingshelferin Jutta Just spricht im Interview über Arbeitssuche und das Rollenverständnis von Frauen und Männern unter den Geflüchteten. mehr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein