Ein Bus nach Lübeck vor dem Bahnhof in Travemünde. © imago/Lindenthaler Foto: Lindenthaler

3G in Bus und Bahn? Kontrolle scheint kaum umsetzbar

Stand: 16.11.2021 20:34 Uhr

Angesichts der hohen Infektionszahlen wird jetzt diskutiert, ob auch im öffentlichen Nah- und Fernverkehr eine 3G-Regel gelten sollte. Die Verkehrsbetriebe in Schleswig-Holstein sorgen sich, dass eine solche Regel kaum umgesetzt werden könnte.

Die Debatte darüber, ob künftig nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Bahn und Bus fahren dürfen, nimmt generell gerade Fahrt auf, in Berlin diskutieren auch die Ampel-Parteien aus SPD, Grünen und FDP darüber. Bei uns im Land reagieren die Nahverkehrsunternehmen mit Sorge auf diese Diskussion. Die Betriebe hätten "nicht ausreichend Kapazitäten", um 3G in Bussen und Bahnen zu kontrollieren, schreibt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der in Schleswig-Holstein 15 Betriebe vertritt. Eine 3G-Regel flächendeckend im Nahverkehr durchzusetzen, sei personell kaum zu schaffen. Busfahrer hätten zum Beispiel gar keine Zeit, die Einhaltung der 3G-Regeln zu kontrollieren.

"Es ist deshalb keine Lösung, weil die Fahrer dazu da sind, um das Fahrzeug sicher zu fahren und Kontrollen - wenn überhaupt - nur stichprobenartig durchgeführt werden könnten", sagte Geschäftsführer Joachim Schack NDR Schleswig-Holstein. Der VDV wünscht sich, dass die Bundespolizei bei möglichen Kontrollen helfen würde. Die sieht sich aber nicht zuständig, twitterte der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft.

Forderung: Klare Vorgaben der Politik

Auch der Geschäftsführer von Aktiv Bus Flensburg und die AKN-Bahn sagten auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein, eine solche Regel sei nur schwierig durchzusetzen. Denn laut AKN seien nicht alle Züge mit Begleitpersonal besetzt. Und der Geschäftsführer von Aktiv Bus Flensburg sagt, dass seine Busfahrer mit der Kontrolle der Maskenpflicht schon genug zu tun hätten. Sollte eine 3G-Regelung kommen, brauche es klare Vorgaben der Politik, wie zum Beispiel die Verkehrsunternehmen mit Reisenden umgehen sollen, die keinen Nachweis dabei haben.

Garg: Einhaltung muss überzeugend kontrolliert werden können

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) befürwortet die Idee, dass nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Bahn und Bus fahren dürfen. "Ich finde das prinzipiell richtig, will nur einschränkend deutlich machen, dann wünschen sich die Verantwortlichen noch einen Hinweis, wie man das sinnvoll kontrollieren kann", sagte auch Garg. Denn die beste Regelung sei nur so gut, wie man deren Einhaltung zumindest auch stichprobenhaft überzeugend kontrollieren kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.11.2021 | 18:00 Uhr

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