Wissenschaftler arbeiten NS-Geschichte am Rammelsberg auf

Stand: 21.10.2021 21:06 Uhr

Die Zwangsarbeit am Erzbergwerk Rammelsberg während der Zeit des Nationalsozialismus wird wissenschaftlich genauer untersucht. Das Projekt wurde am Donnerstag in Goslar vorgestellt.

Orte und Räume an oder in denen Frauen und Männer vor fast 80 Jahren unter Gewalt zur Arbeit gezwungen worden seien, würden in den Mittelpunkt der Forschung gerückt, heißt es in der Projektvorstellung. Mit archäologischen Mitteln sollen an den Standorten der Zwangsarbeiterlager materielle Spuren gesucht, erfasst und erforscht werden.

Gefördert von der Friede-Springer-Stiftung

In den 90er Jahren sei die Zwangsarbeit am Rammelsberg zwar in einem umfangreichen Projekt mit Zeitzeugen aufgearbeitet worden. In der baulichen Struktur der Bergwerksanlagen sei dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte jedoch kaum noch ablesbar, teilten die Projektverantwortlichen mit. An der Forschung beteiligt sind das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) mit seiner Arbeitsstelle Montanarchäologie und das Weltkulturerbe Rammelsberg. Gefördert wird das zweijährige Vorhaben von der Friede-Springer-Stiftung.

Auch die Rolle der Preussag wird untersucht

Unter dem Titel "Räume der Unterdrückung. Neue geschichtswissenschaftliche und archäologische Forschungen zu den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern am Erzbergwerk Rammelsberg im Harz" haben die Wissenschaftler Anfang Oktober bereits ihre Arbeit begonnen. Es geht unter anderem um die Frage, wie der Lebensraum in den Lagern beispielsweise den Alltag der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern bestimmte. Parallel zur Arbeit von Archäologen werden zwei Historiker Verwaltungs- und Bauakten der Preussag bearbeiten, der ehemaligen Betreiberin des Erzbergwerks.

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Katharina Malek, Referentin für Montanarchäologie des Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, untersucht Spuren der alten Bergleute in einer frühneuzeitlichen Strecke im Bergwerk Rammelsberg. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

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