Stand: 31.03.2020 07:22 Uhr

Klinikum Wolfsburg: Nur wenige weitere Corona-Fälle

Vor dem Klinikum Wolfsburg ist der Schriftzug und das Logo der Einrichtung zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Das Klinikum Wolfsburg nimmt nach der Corona-Infektion mehrerer Mitarbeiter keine neuen Patienten auf.

Nach den Corona-Infektionen mehrerer Mitarbeiter im Klinikum Wolfsburg sind bislang nur wenige der daraufhin veranlassten Tests positiv ausgefallen. Wie die Stadt Wolfsburg mitteilte, wurde bis Montagabend etwa die Hälfte der untersuchten Proben von Patienten und anderen Kontaktpersonen der Betroffenen ausgewertet. Lediglich ein geringer Teil sei positiv, hieß es in einer Mitteilung. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Die übrigen Ergebnisse werden für heute erwartet. Danach soll entschieden werden, wie der Betrieb in dem Klinikum weiterlaufen kann. "Nach den heutigen Ergebnissen sind wir zuversichtlich, dass das Klinikum, sobald wir ein vollständiges Bild haben, ab Mittwoch wieder wie vorher zur Verfügung steht", wird Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) zitiert.

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Klinikum nimmt keine Patienten mehr auf

Am Wochenende waren bei 14 Mitarbeitern Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden. Deshalb hatte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Corona-Krisenstab des Klinikums zahlreiche Sicherheits- und Hygienevorschriften in die Wege geleitet und umgesetzt. In diesem Zuge wurden 250 Patienten und 150 Mitarbeiter auf das Virus getestet. Außerdem verhängte das Klinikum einen Aufnahmestopp für neue Patienten.

Reimann lobt verantwortungsbewusstes Handeln

Patienten sollen auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden, so die Stadt. Nur der Kreißsaal und die Notaufnahme der Kinderklinik bleiben vorerst für Neuankömmlinge geöffnet. Lebensbedrohliche Notfälle sollten sich unter der Notrufnummer 112 melden, sagte die Leiterin der Zentralen Notaufnahme. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sagte dazu in der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Niedersachsen, dass die Versorgungskapazität in der Region Braunschweig-Wolfsburg sehr groß sei. Allein in Braunschweig gebe es insgesamt drei Krankenhäuser, hinzu kämen weitere unter anderem in Wolfenbüttel und Peine. Mit dem Aufnahmestopp handele das Klinikum Wolfsburg verantwortungsbewusst. "Die jüngsten Entwicklungen in Wolfsburg machen uns deutlich, wie unerbittlich das Virus seinen Weg sucht", sagte Reimann.

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Vorerst keine Besuche mehr erlaubt

Im Klinikum Wolfsburg werden unterdessen Patienten, die sich bereits dort befinden, nach Angaben der Stadt soweit möglich in Einzelzimmern untergebracht. Alle tragen den Angaben zufolge einen Mundschutz. Das Personal arbeite im Vollschutz, wo es medizinisch notwendig sei. Für Besucher gebe es unterdessen keine Ausnahmeregelungen mehr. Sie dürften das Klinikum vorerst nicht mehr betreten.

Zahlreiche Tote in Pflegeheim

Auch die Situation in einem Wolfsburger Pflegeheim beschäftigt den Krisenstab der Stadt weiter. Seit dem 23. März seien dort 17 Menschen gestorben. Fast die Hälfte der Bewohner habe sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Betreiber habe die Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen inzwischen hochgefahren, so die Stadt. Ministerin Reimann hat unterdessen einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2020 | 08:00 Uhr

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