Stand: 25.07.2019 15:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Weniger Niedersachsen sind von Armut bedroht

Die Armutsgefährdungsquote in Niedersachsen ist 2018 in fast allen Bevölkerungsgruppen rückläufig gewesen.

In Niedersachsen ist die Zahl der Menschen, die von Armut bedroht sind, zurückgegangen. Das hat das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitgeteilt. Demnach ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote im vergangenen Jahr um 0,8 Prozentpunkte auf 15 Prozent zurückgegangen. Die Quote sei so niedrig wie zuletzt im Jahr 2011. Doch immerhin 1,17 Millionen Menschen waren 2018 noch von Armut bedroht. Am stärksten gefährdet waren Alleinerziehende (38,7 Prozent). Auch Menschen mit niedriger Bildungsqualifikation waren häufig armutsgefährdet.

Armutsrisiko bei 19,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen

So lag bei den Menschen ab 25 Jahren mit niedriger Bildungsqualifikation die Armutsgefährdung etwa dreimal so hoch (30,6 Prozent) wie bei jenen mit mittlerem Qualifikationsniveau (10,8 Prozent) und fast sechsmal so hoch wie bei Menschen mit hohem Qualifikationsniveau (5,4 Prozent). In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen waren 19,3 Prozent von Armut bedroht - und damit 1,3 Prozentpunkte weniger als 2017. Ebenso sank die Quote in allen weiteren Altersgruppen. Am schwächsten ging sie bei Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren zurück: Sie sank um 0,4 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. Einzig bei Familien mit drei und mehr Kindern gibt es einen Anstieg der Armutsgefährdungsquote. Diese erreichte 2018 sogar einen neuen Höchstwert von 29,7 Prozent.

Landesarmutskonferenz sieht keinen Grund zur Entwarnung

Die Landesarmutskonferenz (LAK) sieht in dem allgemeinen Rückgang der Armutsgefährdung keinen Grund zur Entwarnung, wie eine Sprecherin sagte. Nach wie vor sei eine nachhaltige Bekämpfung der Armut erforderlich. Bei der LAK handelt es sich um einen Verbund aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und anderen Initiativen. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des regional durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens verfügt. 2018 lag diese Schwelle für Einpersonenhaushalte in Niedersachsen bei 1.016 Euro. Bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Schwelle bei 2.134 Euro. Für Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren waren es 1.321 Euro.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.07.2019 | 15:00 Uhr

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