Stand: 09.11.2018 18:26 Uhr

Umweltminister fordern klare Vorgaben zum Wolf

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Wann darf ein Wolf getötet werden? Diese Antwort wollen die Umweltminister vom Bund klar formuliert haben. (Themenbild)

Geht es um verhaltensauffällige Wölfe, stehen Behörden in Kommunen und Bundesländern vor einem Problem. Einerseits sind sie dem Wohl der Bürger verpflichtet, andererseits ist der Wolf nach deutschem und europäischem Recht ein streng geschütztes Tier. Die Umweltministerkonferenz in Bremen hat deshalb am Freitag vom Bund eine klare rechtliche Regelung über den möglichen Abschuss von sogenannten Problemwölfen gefordert. Die Bundesregierung habe zugesagt, zügig für eine solche Regelung zu sorgen, sagte der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, der Bremer Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne).

Tierhalter und Tierschützer demonstrieren gemeinsam

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte sich im Vorfeld dafür offen gezeigt, den Abschuss von auffälligen Wölfen freizugeben. Um die Belange der Tierhalter zu schützen, hat Niedersachsen zum Beispiel eine Bundesratsinitiative gestartet. Am Donnerstag hatten Tier- und Umweltschützer gemeinsam mit Tierhalterverbänden in Bremen noch einmal in einem offenen Schreiben ein bundesweit abgestimmtes Verfahren gefordert.

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Zudem hatte das Landvolk mehr Unterstützung beim Schutz seiner Weidetiere gefordert. Auf der Ministerkonferenz in Bremen wurde diskutiert, ob sich der Bund an den Kosten - zum Beispiel für Schutzzäune - beteiligt. Die Unterstützung für Vorsorge und bei Entschädigungen soll nun angehoben werden. Unterdessen gab das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern am Freitag bekannt, dass Nutztierhalter künftig die Kosten für Schutzmaßnahmen vor Wölfen komplett erstattet werden. Das habe die EU-Kommission beschlossen. Demnach soll es bei Wolfsrissen eine hundertprozentige Beihilfe für Vorsorge und Entschädigung geben.

Umweltminister Backhaus: Akzeptanz durch klare Regeln

Die Rückkehr des Wolfs ist aus Sicht des Artenschutzes ein großer Erfolg, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Dieser könne aber nur weitergehen, wenn dies auch in der Gesellschaft akzeptiert werde. "Gerade in den betroffenen Regionen und bei den Weidetierhaltern ist dies nicht der Fall." Eine Regelung zur sogenannten Entnahme von Problemwölfen sei deshalb wichtig.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 09.11.2018 | 18:00 Uhr

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