Tägliche Corona-Tests für Schüler zum Schuljahresstart

Stand: 04.08.2021 17:20 Uhr

Nach den Ferien müssen sich Niedersachsens Schülerinnen und Schüler auf tägliche Corona-Tests einstellen. Zunächst sei geplant, dass sie sich an sieben Schultagen hintereinander selbst testen.

Das sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch. So wolle man sicherstellen, dass Auffälligkeiten, die sich gegebenenfalls nach den Reisen während der Sommerferien ergeben, frühzeitig erkannt werden. Bei Bedarf könnten die täglichen Testungen verlängert werden. Vor den Ferien waren solche Tests für Schüler zweimal wöchentlich verpflichtend. Wie bisher müssten negative Testergebnisse von den Eltern mit einer Unterschrift bestätigt werden und blieben kostenlos, hieß es. Einige Schulen forderten die Kinder und Jugendlichen zuletzt auch auf, die Testkits mit in die Schule zu bringen.

Weil: Virus verbreitet sich in jüngerer Generation

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wies noch einmal darauf hin, dass sich das Virus gerade in der jüngeren Generation verbreite. Gleichzeitig sei die Impfquote in dieser Altersgruppe noch vergleichsweise gering, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag zufolge lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 12- bis 17-Jährigen bei 24,8. In der Altersklasse über 60 betrug sie 2,3. Die Impfquote zeigt ebenfalls große Unterschiede: Die Über-60-Jährigen sind demnach zu mehr als 81 Prozent vollständig geimpft, bei jenen zwischen 12 und 17 Jahren sind es bislang 28 Prozent, die eine erste Spritze erhalten haben.

Weil hofft auf Impfstoffzulassung für unter Zwölfjährige

Weil sei nach wie vor der Auffassung, dass es gut sei, wenn sich Kinder und Jugendliche in diesem Alter impfen ließen, sagte der Regierungschef. Schon früh habe es in Niedersachsen deshalb die Möglichkeit für eine Kinder- und Jugendimpfung gegeben. Auch in anderen Ländern werde diese Gruppe geimpft. Am Ende bleibe das aber Entscheidung der Eltern und Ärzte. "Ich hoffe, dass sehr schnell auch ein Impfstoff zugelassen wird für die unter Zwölfjährigen", sagte er.

Masketragen und Lüften weiterhin wichtig an den Schulen

Bislang bietet Niedersachsen den 12- bis 17-Jährigen eine Impfung an. Impfaktionen in den Schulen sind jedoch zunächst nicht geplant. Seit Mitte Juli kann diese Altersgruppe jedoch mit dem Einverständnis der Eltern und einer ärztlichen Beratung wohnortunabhängig in 36 der 50 Impfzentren des Landes geimpft werden. Neben Impfungen und täglichen Tests wird weiterhin das Lüften und Masketragen eine wichtige Rolle spielen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Masken sollen weiterhin überall dort getragen werden, wo sich feste Schülergruppen vermischen und der Abstand nicht eingehalten werden kann wie auf Fluren, Gängen oder im Schulbus - bei einer Inzidenz über 35 auch während des Unterrichts. Bei der Anschaffung von Luftfiltern gibt es nach Ansicht des Ministerpräsidenten noch Handlungsbedarf. "Wir haben entsprechende Programme zur Verfügung gestellt, nun ist es Sache der kommunalen Schulträger, darüber zu entscheiden, was vor Ort die richtige Maßnahme ist", sagte Weil.

Städte- und Gemeindebund bemängelt Kommunikation

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund geht unterdessen nicht davon aus, dass es nach den Sommerferien flächendeckend Luftfilter und Ventilatoren in den Schulen geben wird. Schließlich gebe es noch immer keine neue Förderrichtlinie des Landes. Die Schulträger wüssten deshalb nicht sicher, welche Geräte gefördert werden können. Das Kultusministerium weist diese Kritik zurück. Der Entwurf der Richtlinie liege dem Städte- und Gemeindebund vor. Darüber hinaus seien genaue Informationen zu den förderfähigen Geräten verschickt worden, so ein Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.08.2021 | 08:00 Uhr

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