Ein Arbeiter bedient ein Handrad an einem Leitungssystem für Heizgas. © dpa/lni Foto: Friso Gentsch

Strengere Regeln für Erdöl- und Erdgasförderung

Stand: 27.05.2022 15:45 Uhr

Auch als Konsequenz auf den Umweltskandal in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) vor vier Jahren hat das Land Niedersachsen die Sicherheitsvorgaben bei Erdgas- und Erdölförderung verschärft.

Mit der überarbeiteten Tiefbohrverordnung werde ein neuer Sicherheitsstandard geschaffen, sagte Carsten Mühlenmeier, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Konkret geht es den Angaben zufolge vornehmlich um eine regelmäßige Prüfung aller Erdöl-, Erdgas- und Speicherbohrungen auf Dichtheit durch externe Sachverständige. Dies soll einheitlich als eine Art "Bohrloch-TÜV" alle zwei Jahre erfolgen.

220 Millionen Liter Lagerstättenwasser ausgetreten

Anlass für die Neufassung der Bergverordnung für Tiefbohrungen, Untergrundspeicher und für die Gewinnung von Bodenschätzen waren Lecks bei der Erdölförderung in Emlichheim nahe der niederländischen Grenze in den Jahren 2014 bis 2018. Auf der Förderstelle des Konzerns Wintershall DEA in der Grafschaft Bentheim waren unbemerkt bis zu 220 Millionen Liter Lagerstättenwasser aus einem verrosteten Rohr ausgetreten.

Althusmann: Schadensfall darf sich nicht wiederholen

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) verwies auf die Bedeutung der Erdöl- und Erdgasindustrie vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges. "Umso wichtiger ist es, dass wir ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit bei der Förderung dieser Energieträger legen", sagte Althusmann. Schadensfälle wie in Emlichheim dürften sich nicht wiederholen.

Weitere Informationen
Niedersachsen, Emlichheim: Mehrere Gestängetiefpumpen (auch Pferdekopfpumpe) für Erdöl sind während der Dämmerung zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Verseuchtes Wasser: Emlichheim wartet auf Antworten

Vor einem Jahr wurde ein Umweltskandal in Emlichheim publik: Über Jahre war verseuchtes Wasser aus einer Förderstelle ausgetreten. (29.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 27.05.2022 | 15:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Fracking

Gas

Energie

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes trägt einen als gefährlich eingestuften Gegenstand, der einer kleineren Granate ähnelt, vor dem Wohnhaus der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette. © dpa-Bildfunk Foto: Paul Zinken

Granate in Wohnung von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette entdeckt

Laut Polizei wurden noch weitere Waffen gefunden. Die mutmaßlichen Komplizen könnten sich ebenfalls in Berlin aufhalten. mehr