Stand: 30.11.2018 17:52 Uhr

Segler aus Niedersachsen ertrinkt im Atlantik

In der Seenotleitung der DGzRS in Bremen ging in der Nacht der Notruf der deutschen Segeljacht in der Biskaya ein. Für den Segler aus Niedersachsen kam jede Hilfe zu spät.

Ein deutscher Segler ist am Donnerstag bei der Havarie seiner Segeljacht in der Biskaya südlich von La Rochelle ums Leben gekommen. Seine Ehefrau konnte in einer dramatischen Aktion gerettet werden. Im Laufe der Nacht wurden drei Mitarbeiter der französischen Seenotrettungsgesellschaft SNSM (Societé Nationale de Sauvetage en Mer) über Bord gespült, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Freitag mitteilte. Die französischen Helfer überlebten ebenfalls.

Mann stützt über Bord

Kurz nach 23 Uhr war bei der Seenotleitung der DGzRS in Bremen ein Notruf eingegangen. Die Seglerin, die nach Agenturangaben aus Hannover stammen soll, bat die Seenotretter dringend um Hilfe. Ihr Mann sei in schwerem Wetter von der zehn Meter langen Segeljacht über Bord gestürzt. Sie selbst sei verletzt. Von Bremen aus wurden mehrere französische Rettungsteams in Gang gesetzt. Am rund zweistündigen Einsatz beteiligt waren in der Nacht zum Freitag zwei zivile Rettungshubschrauber, ein Hubschrauber der französischen Armee, zwei Einheiten der SNSM sowie zwei Seenotrettungskreuzer.

Auch die Retter geraten in Gefahr

Bild vergrößern
Ein solcher Hubschrauber der französischen Luftwaffe vom Typ „Caracal“ konnte den Segler aus Niedersachsen nur noch tot aus dem Atlantik bergen.

Zunächst gerieten die Rettungsteams selbst in Gefahr. Bei Sturm und schwerem Seegang rund 22 Kilometer westlich der französischen Küste wurden drei Besatzungsmitglieder eines Rettungskreuzers über Bord gespült. Einer der Helfer musste von einem Hubschrauber aus dem Atlantik gerettet werden. Auch die verletzte Seglerin konnte nur mit einem Hubschrauber von ihrem havarierten Schiff geborgen werden. Der Mast der Jacht war gebrochen. Für den Segler kam jede Hilfe zu spät - er konnte nur noch tot vom Armeehubschrauber aus dem Meer geborgen werden. Die Seglerin wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sie ist nach Auskunft einer DGzRS-Sprecherin außer Lebensgefahr.

Notruf mit einer Smartphone-App

Dass die Frau überlebt hat, ist der guten Netzabdeckung in diesem Teil der Biskaya zu verdanken. Nach Angaben der DGzRS war das Funkgerät der Jacht ausgefallen. Die Seglerin konnte den Notruf auf See mit einer App auf ihrem Smartphone absetzen.

Weitere Informationen
03:31
Hallo Niedersachsen

Seenotrettung wie früher: Hilfe per Rakete

29.07.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Früher wurden Schiffbrüchige oft mithilfe von Hosenbojen gerettet. Der Verein für historische Seenotrettung in Horumersiel hat das mit einem alten Kettenfahrzeug vorgeführt. Video (03:31 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 01.12.2018 | 10:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:37
Hallo Niedersachsen

Schweinehöfe: Blick in eine ungewisse Zukunft

19.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:56
Hallo Niedersachsen

Muttersprache: Wie Babys sprechen lernen

19.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:28
Hallo Niedersachsen

Gefahr im Verkehr: Was tun gegen Geisterfahrer?

18.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen