Stand: 17.02.2020 12:32 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Nordseeküste bleibt von neuer Sturmflut verschont

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Die erwartete Sturmflut an der Nordseeküste ist am Montag ausgeblieben. (Archivbild)

Sturmtief "Victoria" zieht langsam aus dem Norden Niedersachsens ab. So schlimm wie "Sabine" eine Woche zuvor war der erneute Sturm nicht. So ist die Nordseeküste dieses Mal von einer Sturmflut verschont geblieben. Vor der hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zunächst für heute Vormittag gewarnt. Zwar stieg der Pegelstand vielerorts an der Küste auf knapp über einen Meter. Doch das Level einer Sturmflut von 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser wurde nirgendwo erreicht. Nach "Sabine" hatte es in der vergangenen Woche an der Nordseeküste fünf Sturmfluten in Folge gegeben. Dennoch hat auch die etwas schwächere "Victoria" in ganz Niedersachsen für Hunderte Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. In den meisten Fällen ging es um umgestürzte Bäume.

Mehr als 200 Sturm-Einsätze in Osnabrück

Allein im Raum Osnabrück rückten die Einsatzkräfte mehr 200 Mal aus. In Belm war ein Baum auf ein Einfamilienhaus gekippt. Verletzt wurde niemand. Ein Baum war am Sonntag auf der Bahnstrecke zwischen Salzbergen und Rheine auf die Oberleitung gestürzt. Dadurch kam es vorübergehend am Bahnhof Osnabrück zu Zugausfällen. Auch in anderen Teilen Deutschlands musste die Bahn zeitweise einige Regional- und Fernverkehrszüge umleiten. Inzwischen läuft der Bahnverkehr aber wieder nach Plan.

Baum fällt auf fahrendes Auto

52 Sturm-Einsätze verzeichnete die Polizeidirektion Oldenburg. Auch dort wurde nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt. Auf der Autobahn 29 bei Oldenburg kollidierten fünf Autos mit einem Baum. Auf der A 28 bei Westerstede prallte ein Streifenwagen gegen einen umgestürzten Baum. Im Landkreis Nienburg stürzte nahe Hoya ein Baum auf ein fahrendes Auto. Eine nachfolgende Fahrerin konnte dem auf der Straße liegenden Baum nicht mehr ausweichen. Beide Fahrerinnen blieben unverletzt. Ihre Autos wurden jedoch schwer beschädigt.

Dixie-Klo weht Auto auf Windschutzscheibe

Weitere Sturm-Schwerpunkte gab es in der Stadt Goslar und im Oberharz. Nach Angaben eines Polizeisprechers stürzten dort reihenweise Bäume um. Auf der Bundesstraße 4 bei Torfhaus war ein Auto gegen einen umgefallenen Baum gefahren. Die Feuerwehr war vor allem bemüht, die Rettungswege im Harz wieder freizumachen. Auch außerhalb des Harzes gab es zahlreiche Einsätze in Südniedersachsen. So flog in Braunschweig ein Dixie-Klo auf die Windschutzscheibe eines Autos. An mehreren Orten fielen Dachziegel auf die Straßen und Bauzäune wurden weggeweht.

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19-Jähriger stirbt bei Unfall

Unklar ist, ob ein tödlicher Unfall in Stuhr (Landkreis Diepholz) mit dem Sturm zusammenhing. Ein 19-Jähriger war am Sonntagnachmittag auf der B51 aus noch unbekannter Ursache mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Das Auto überschlug sich mehrfach, wie die Polizei mitteilte. Der 19-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Nahe Schneverdingen im Heidekreis wurde ein Auto auf einer Landstraße gegen einen Baum gedrückt und landete im Graben. Die Fahrerin wurde leicht verletzt.

Weiter Warnung vor Betreten der Wälder

Die Niedersächsischen Landesforsten erhalten ihre Warnung vor Waldspaziergängen derweil aufrecht. "Die Schäden nach Sturm 'Sabine' sind noch nicht aufgearbeitet", sagte Vizepräsident Klaus Jänich. "Schräg stehende Bäume und lose hängende Äste können jederzeit fallen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.02.2020 | 12:00 Uhr

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