Stand: 15.05.2017 20:49 Uhr

Niedersachsen sagt Landarztmangel den Kampf an

In Fernsehserien wird vom Beruf des Landarztes meist ein ziemlich romantisches Bild gezeichnet - in der Realität allerdings wollen nur noch wenige Menschen diesen Job machen. Und so droht vielerorts in Niedersachsen ein Hausärztemangel. Um dies zu ändern und die Gesundheitsversorgung der Menschen in den ländlichen Regionen zwischen Harz und Nordsee zu verbessern, haben Land und Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Montag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) will das Land den drohenden Mangel mit einer Vielzahl von Initiativen bekämpfen: Geplant sind unter anderem Zuschüsse für Praxisgründer, Stipendien für Medizinstudenten und Gelder für innovative Projekte wie den Patientenbus.

Mehr Studienplätze für Oldenburg?

Einer aktuellen Prognose zufolge wird in Niedersachsen im Jahr 2030 das Angebot an Hausärzten um etwa 20 Prozent niedriger sein als der Bedarf. Laut Rundt wird in der Landesregierung aktuell unter anderem diskutiert, die Medizinstudienplätze in Niedersachsen aufzustocken. "Es bietet sich an, Oldenburg weiter auszubauen", sagte Rundt bei der Unterzeichnung der Erklärung in Hannover. Bei der Finanzierung sei allerdings der Bund gefragt. Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch betonte, dass man dem Hausärztemangel frühzeitig entgegenwirken und "mehr Köpfe ausbilden" müsse. Studium und Facharztausbildung dauerten zwölf Jahre, so Barjenbruch, zudem seien viele junge Ärzte nicht mehr bereit, 60 oder 70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Und auch die Infrastruktur spiele bei der Wahl des Arbeitsorts eine Rolle. Diese müsse auf dem Land für die ganze Familie stimmen, so der KVN-Chef: "Wir brauchen Kindertagesstätten und Schulen."

Weitere Informationen
mit Video

Landarzt-Mangel: Maßnahmen laufen ins Leere

2012 wurde das sogenannte "Versorgungsstrukturgesetz" beschlossen, das junge Ärzte mit speziellen Anreizen aufs Land locken sollte. Doch davon ist bis heute wenig zu sehen. (11.02.2014) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 15.05.2017 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:48

Aufräumarbeiten nach Orkantief "Friederike"

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:21

Sturmschäden in Millionenhöhe: Wer zahlt?

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:23

Wintereinbruch bremst Bahnreisende aus

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen