Ein Junge springt in ein Schwimmbecken. © picture alliance / dpa Foto: Stefan Puchner

Niedersachsen: Wo dürfen Kinder kostenlos ins Freibad?

Stand: 21.07.2021 16:23 Uhr

Es sind Sommerferien - und damit füllen sich auch die Freibäder in Niedersachsen. In Hannover zum Beispiel dürfen Kinder und Jugendliche kostenlos schwimmen gehen. Wo noch?

Das Angebot der Stadt Hannover richtet sich konkret an bis einschließlich 15-Jährige und Schüler und Schülerinnen aller Haupt-, Förder-, Real-, Ober- und Gesamtschulen sowie Gymnasien. Mit dieser Maßnahme sollen sie "für die Entbehrungen der letzten Monate, in denen sie keinen Unterricht hatten, keine Freunde treffen und keinen Sport machen durften, zumindest ein kleines bisschen entschädigt werden", erklärte die Stadt. Und: Die Kinder und Jugendlichen sollen sich so wieder ans Wasser gewöhnen.

Göttingen erlässt ebenfalls den Eintritt

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Neben Hannover setzt auch Göttingen auf ein solches Angebot. Dort hatte der Rat der Stadt vergangenen Freitag beschlossen, "dass der Besuch in den drei Freibädern der Stadt Göttingen von Jugendlichen aus der Stadt Göttingen im Alter von sieben bis 18 Jahren in den Sommerferien kostenlos ist". Das teilte ein Sprecher auf Anfrage des NDR in Niedersachsen mit. Die Kosten würden von der Stadt erstattet. Hannover und Göttingen scheinen aber die Ausnahmen zu sein. Andere große Kommunen reagieren jedoch mit Vergünstigungen. Lüneburg hat etwa 20 Seepferdchen- und zehn Bronzekurse zu einem stark reduzierten Preis von 50 Euro pro Kind angeboten. "Diese Kurse waren schon wenige Stunden nach Anmeldestart restlos ausgebucht", erklärte ein Sprecher.

Einkommensschwache bekommen Vergünstigungen

In Braunschweig hält man ein "pauschales Freistellen von Eintrittsgeldern" mit Blick auf die Einnahmeausfälle aus den vergangenen Monaten für finanziell problematisch. Sinnvoller seien konkrete Angebote, "die Lernen und Freizeitspaß nach vielen Monaten wieder möglich machen", so ein Sprecher der Stadt. Bis jetzt seien schon durch Corona versäumte Schwimmkurse nachgeholt worden. "Für Familien mit wenig Einkommen gibt es unabhängig von Corona viele Möglichkeiten, Angebote für Kinder vergünstigt zu erhalten - zum Beispiel im Ferienprogramm."

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Mit ihrem sogenannten Oldenburg-Pass ermöglicht auch die Stadt Oldenburg einkommensschwachen Menschen unter anderem den kostenlosen Eintritt in Schwimmbäder. Einen generellen freien Zugang für Schülerinnen und Schülern gibt es aber nach eigenen Angaben dort nicht - diese Gruppe bekäme Vergünstigungen durch den Ferienpass.

Große Seepferdchen-Aktion in Osnabrück

Den Antrag, Kinder und Jugendliche kostenlos den Zugang in die Bäder zu ermöglichen, hatte der Osnabrücker Rat Mitte Juli abgelehnt. Die Stadt startet aber mit einer großen Aktion in die Ferien. Rund 1.000 Kinder ab dem Alter von fünf Jahren sollen bis Mitte August die Grundlagen zum Schwimmen lernen und am Ende ihr Seepferdchen-Abzeichen machen. In drei Hallenbädern laufen deshalb ab Donnerstag 80 Schwimmkurse.

Wolfsburg: Tausend Kinder beim Schwimmkurs

In Wolfsburg hätten bereits vor den Sommerferien mehr als Tausend Kinder einen Schwimmkurs absolviert, wie Stadträtin Monika Müller (SPD), Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Klinikum und Sport mitteilte. In der VW-Stadt gebe es entsprechend keinen pauschalen freien Eintritt für Kinder. Man hält es demnach für "wenig sinnvoll, Kinder und nicht auch die Eltern in Entscheidungen zu Eintrittsgebühren einzubeziehen, weil jüngere Kinder unsere Bäder nicht unbeaufsichtigt besuchen". Familien im Sozialbezug würden weiterhin Saisonkarten für 25 Euro bekommen. "Damit kommt der Schwimmbadbesuch für diese Familien deutlich günstiger als durch das kostenfreie Baden für Kinder in anderen Kommunen." Kostenlos könne immer am Allersee gebadet werden, hieß es weiter.

Begrenzte Kapazitäten in Bädern

Außerdem - heißt es von der Stadt Wolfsburg: Wegen der begrenzten Anzahl der Besucherinnen und Besucher aufgrund der Corona-Regeln und der Online-Anmeldung in den Bädern, könnte ein freier Eintritt auch dazu führen, dass andere Personen kein Zugang mehr bekommen, weil die Kontingente erschöpft seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2021 | 08:00 Uhr

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