Stand: 28.08.2020 20:01 Uhr

Meyer Werft: Übergabe der "Iona" erneut verschoben

Ein Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt
Weil die Reederei Mängel moniert, kommt es bei der Übergabe der "Iona" zu Verzögerungen.

Die Papenburger Meyer Werft ist weiter in schwerer See. Der Grund: Die Übergabe des 800 Millionen Euro teuren Kreuzfahrtschiffs "Iona" an die britische Reederei P&O verzögert sich erneut. Auch der zuletzt angepeilte Termin Ende August kann nicht gehalten werden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Problem: keine Übergabe, kein Geld. Das trifft auch die Belegschaft, denn solange das Schiff nicht übergeben ist, bekommen die Schiffbauer kein Urlaubsgeld.

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Reederei schaut genau hin

5.200 Passagiere haben Platz auf der "Iona", aber in absehbarer Zeit wird kein Gast an Bord gehen - vom Luxusliner zum Ladenhüter. Ursprünglich war die Übergabe für Mai geplant, im Juni kündigte Werftchef Bernard Meyer die Auslieferung für Juli an, daraus wurde dann Ende August. Aber auch dieser Termin wird verstreichen. Wenn man Meyer im Juni genau zugehört hat, ahnt man jetzt die Ursache: Die Reedereien stellen knallharte Bedingungen für die Übernahme. Das Schiff werde von den Auftraggebern nur angenommen, wenn es keine Restpunkte mehr gebe. "Das haben uns die Reedereien sehr deutlich gesagt", so Meyer.

Probleme mit der Maschine?

Das, was Werftchef Meyer Restpunkte nennt, scheinen bei der "Iona" gravierende Mängel zu sein. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen gibt es ein Problem mit der Maschine. Nicht nur Nacharbeiten sind nötig, sondern auch neue Probefahrten, die belegen, dass die Probleme behoben wurden.

Urlaubsgeld hängt an Übergabe der "Iona"

Werftsprecher Peter Hackmann sieht die Lage nicht so dramatisch: "Es laufen letzte Restarbeiten bei der 'Iona'. Da sind wir aber guter Dinge, dass wir die Themen, die da noch anstehen, lösen können." Für die Belegschaft wäre das eine gute Nachricht. Sie bekommt ihr Urlaubsgeld erst, wenn die Reederei die "Iona" abgenommen und bezahlt hat. Am 11. September ist ein Runder Tisch mit Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) geplant. Auch da wird es um finanzielle Hilfen gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 28.08.2020 | 17:00 Uhr

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