Stand: 03.04.2020 07:26 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Kurswechsel: Erntehelfer dürfen doch einreisen

Viele hatten wegen fehlender Saisonkräfte eine Spargelsaison ohne Spargel befürchtet. Am Donnerstag verkündeten Bundesinnenministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium in einer gemeinsamen Erklärung eine begrenzte Einreise von Erntehelfern - unter strengen Auflagen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) begrüßte die Entscheidung: "Das ist eine richtig gute Nachricht für unsere niedersächsischen Betriebe", sagte die Politikerin dem NDR.

Seehofer erlaubt Einreise von Erntehelfern

Hallo Niedersachsen -

Bundesinnenminister Seehofer hat den Einreise-Stopp für Erntehelfer gelockert. Demnach dürfen bis zu 40.000 Saisonkräfte einreisen. Zuvor hatte der Bauernverband Preissteigerungen angekündigt.

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Verband will schnelle Umsetzung

"Das muss jetzt schnell umgesetzt werden", sagt Fred Eickhorst vom Branchenverband. Manche Betriebe hätten noch keinen einzigen Helfer. Kein Problem seien die Auflagen heißt es vom Branchenverband der Spargel- und Beerenanbauer, die Betriebe hätten das größte Interesse, dass kein Corona eingeschleppt werde.

Deutschland braucht 100.000 Erntehelfer

Im Einzelnen sieht das Konzeptpapier folgende Regelungen vor: Im April und Mai dürfen je 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen. Zusätzlich sollen in den beiden Monaten jeweils rund 10.000 Menschen Deutschland für die Arbeit auf den Feldern angeworben werden - etwa Arbeitslose, Studierende und Asylbewerber. Auch Kurzarbeiter können sich für die Ernten bewerben. Bis Ende Mai werden in Deutschland etwa 100.000 Saisonarbeiter in der Landwirtschaft benötigt.

"Quarantäne mit Arbeitsmöglichkeit"

Die Saisonarbeiter aus dem Osten dürfen ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug ein- und ausreisen. Die Bundespolizei werde in Abstimmung mit den Bauernverbänden die entsprechenden Flughäfen festlegen. Bei der Einreise ist ein Gesundheitscheck vorgesehen. Liegen Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vor, soll die Einreise verweigert werden. In den ersten 14 Tagen dürfen die Helfer ihren Betrieb nicht verlassen - die Bundesregierung spricht von einer "faktischen Quarantäne bei gleichzeitiger Arbeitsmöglichkeit".

Zimmerbelegung mit halber Kapazität

Bei den Arbeiten sollen die Erntehelfer Mindestabstände einhalten oder - falls dies nicht möglich ist - Mundschutz und Handschuhe tragen. Mit Ausnahme von Familien solle von den Betrieben eine Zimmerbelegung mit maximal halber Kapazität angeboten werden. In den Unterkünften müssen die Hygienevorschriften in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung gestellt werden. Unter anderem das Landvolk in Niedersachsen hatte in der Vergangenheit vor dem Ausbleiben osteuropäischer Saisonarbeiter gewarnt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.04.2020 | 06:30 Uhr

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