Stand: 27.01.2019 18:14 Uhr

Holocaust-Gedenktag soll Erinnerung wachhalten

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Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, mahnt anlässlich des Holocaust-Gedenktages eine "lebendige Erinnerungskultur" an.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat anlässlich des Holocaust-Gedenktages zu einer lebendigen Erinnerungskultur aufgerufen. "Wir dürfen nicht vergessen, was damals in unserem Land Menschen anderen Menschen angetan haben", erklärte der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, in Hannover. Dies sei umso dringlicher, als derzeit kaum eine Woche ohne Meldungen über antisemitische Vorfälle vergehe, sagte Bedford-Strohm der Nachrichtenagentur epd. "Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung an das Geschehene wachzuhalten."

Kirchen kommt eine besondere Verantwortung zu

Die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer, unterstrich die Herausforderung, die Erinnerung angesichts der zunehmenden zeitlichen Distanz lebendig zu halten. "Wir erleben, dass Geschichte zu verblassen droht, wo sie nicht mehr Teil des eigenen Erlebens wird. Damit ist die Gefahr da, dass die Verantwortung für die Folgen dieser Geschichte abgestreift wird." Angesichts ihrer Verstrickung in die nationalsozialistischen Verbrechen komme den Kirchen eine besondere Verantwortung zu, dafür zu sorgen, dass sich so etwas niemals wiederhole, hob Schwaetzer hervor.

Karl M. © NDR Foto: Screenshot

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Ministerpräsident Weil fordert Eintreten gegen Antisemitismus

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erinnerte an die Opfer des NS-Regimes. "Das Schicksal jedes einzelnen mahnt uns, gemeinsam und entschlossen gegen Antisemitismus und Rassismus einzutreten", schrieb er auf Facebook. Zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts gab es im Norden am Sonntag zahlreiche Veranstaltungen. In der Gedenkstätte des ehemaligen Lagers Sandbostel (Landkreis Rotenburg) beschäftigte sich ein Rundgang mit dem Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und der KZ-Häftlinge. Die Oldenburger Kirchen luden zu einem ökumenischen Gedenk-Gottesdienst mit anschließendem Vortrag ein. In der Gedenkstätte Esterwegen (Landkreis Emsland) war ein Dokumentarfilm über die Auschwitz-Überlebende Erna de Vries zu sehen.

Gedenktag erinnert an die Befreiung des Lagers Auschwitz

Der 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamierte Holocaust-Gedenktag soll auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 aufmerksam machen. Die Vereinten Nationen hatten den Tag 2005 als "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" ausgerufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 26.01.2019 | 15:30 Uhr

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