Experten: Großes Potenzial für Wasserstoff aus Windenergie

Stand: 22.09.2021 20:27 Uhr

Die Erzeugung von Wasserstoff auf See hat hierzulande großes Potenzial. Laut Experten könnten so jährlich mehr als 1,2 Millionen Tonnen Wasserstoff oder bis zu 44,2 Terawattstunden produziert werden.

Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard hervor. Die Stiftung Offshore-Windenergie hatte die Firma im Rahmen eines Landesförderprogramms in Niedersachsen mit der Analyse beauftragt. Um diese Werte erreichen zu können, muss den Experten zufolge allerdings der Offshore-Windenergie deutlich ausgebaut werden: auf eine Leistung von mindestens 40 Gigawatt. Laut Umweltministerium seien bei Ausnutzung aller Potentiale rechnerisch sogar mehr als 60 Gigawatt Leistung aus Offshore-Windenergie möglich.

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Richard Hanke-Rauschenbach von der Universität Hannover.
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10.000 Offshore-Anlagen nötig

Aktuell gibt es in der Nordsee rund 1.500 Offshore-Anlagen. Um das volle Potential auszuschöpfen, sind laut Analyse bis zu 10.000 nötig. Niedersachsen spiele aufgrund seiner Küstenregionen eine zentrale Rolle bei der Produktion von umweltfreundlichem Wasserstoff, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch bei der Präsentation der Analyse.

"Grüner" Wasserstoff als Hoffnungsträger

Derzeit erzeugen Windkraftanlagen auf See in Deutschland etwa 7,5 Gigawatt Strom. Zum Vergleich: Ein großes Kohlekraftwerk leistet etwa ein Gigawatt. Ausschließlich mit erneuerbarer Energie, wie zum Beispiel der Windkraft, gewonnener Wasserstoff gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Klimakrise. Solcher "grüner" Wasserstoff kann als Basis dienen für Kraft- und Brennstoffe, die dann anstelle von Kohle, Öl und Erdgas eingesetzt werden können. Zudem kann auf diese Weise gewonnener Wasserstoff auch genutzt werden, um überschüssigen Ökostrom zu speichern.

Zehn Milliarden für Umbau der Stahlindustrie gefordert

Auch die Stahlindustrie will in Zukunft auf den Einsatz von Wasserstoff bei der Produktion setzen. Im Rahmen eines Aktionstages machten die Gewerkschaft IG Metall und die Konzernspitze der Salzgitter AG am Mittwoch auf die Lage der Stahlindustrie aufmerksam. Die IG Metall forderte von der zukünftigen Bundesregierung, die Branche mit einem zehn Milliarden schweren Transformationsfonds bis 2030 beim Wandel zur klimafreundlichen Stahlproduktion zu unterstützen. Gemeinsam mit einem stärkeren Fokus auf "grünen" Wasserstoff soll das dazu beitragen, dass in den Stahlwerken in Zukunft weniger CO2 ausgestoßen wird.


27.09.2021 12:32 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung waren Angaben für die physikalischen Größen Energie und Leistung durcheinander geraten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.09.2021 | 13:00 Uhr

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