Stand: 14.03.2020 09:23 Uhr

Coronavirus: Weil rät zu Rad statt Bus und Bahn

In einem Linienbus in Hannover ist der vordere Bereich mit Absperrband abgesperrt © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Um Fahrerinnen und Fahrer zu schützen, bleiben Passagiere im hinteren Teil: Busfahren in Zeiten des Coronavirus.

Die folgenden Wochen werden entscheidend sein im Kampf gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Jetzt bestehe noch die Chance, rechtzeitig zu handeln - eine Maßnahme des Landes ist die am Freitag verkündete Schließung zahlreicher Institutionen wie Schulen und Kindertagesstätten, Hochschulen, Landesbibliotheken und weiterer Stellen. Die Landesregierung hat alle Menschen aufgefordert, soziale Kontakte so weit wie möglich einzuschränken. Ein Rat des Ministerpräsidenten: Man solle auf Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr verzichten. Das sagte Weil der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Ich empfehle uns allen, das eigene Leben nach Möglichkeit so zu organisieren, dass die Risiken begrenzt sind, also beispielsweise besser Fahrrad statt Bus oder Bahn zu fahren", sagte Weil der Zeitung.

Fahrer werden abgeschirmt

Die Tür zur Fahrerkabine in einer Stadtbahn in Hannover ist vergittert. Davor ist eine Notiz, dass dies eine die Gesundheit schützende Maßnahme sei. © NDR Foto: Oliver Weiße
In Stadtbahnen in Hannover ist die Fahrerkabine jetzt durch ein Gitter vom Passagierbereich getrennt.

Der Betrieb von Bussen, Bahnen und auch Zügen läuft bislang weiter. Verkehrsbetriebe versuchen aber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser als bislang vor Ansteckung zu schützen. So kann man vielerorts nicht mehr vorne in den Bus einsteigen und beim Fahrer auch keine Fahrkarte mehr kaufen. Dass momentan alles anders ist im Alltag, wird zum Beispiel in Stadtbahnen sichtbar, die durch Hannover fahren. Die Nahverkehrsbetriebe Üstra teilten mit: "Im ältesten Stadtbahntyp bleiben die ersten und die letzten Türen eines Zuges geschlossen." Ein Gitter trennt die Fahrerkabine vom Passagierbereich.

Verkehrsbetriebe stellen auf Ferienfahrplan um

Von kommender Woche an müssen sich diejenigen, die weiterhin Bus und Bahn nutzen wollen oder müssen, auf weitere Einschränkungen einstellen. Die Schulen sind zu, außerdem schicken zahlreiche Betriebe ihre Beschäftigten, soweit möglich, ins Home Office. Und es dürfte nicht wenige geben, die wie Stephan Weil der Meinung sind, dass die Fahrt mit dem ÖPNV wegen des Virus derzeit keine gute Idee ist. Kurz: Die Passagierzahlen dürften deutlich sinken. Und so stellen Verkehrsbetriebe überall im Land auf Ferien- oder Sonderfahrpläne um - etwa in Hannover, im Heidekreis, in Braunschweig, Osnabrück und dem Gebiet des Verkehrsverbunds Süd-Niedersachsen. Wer den öffentlichen Nahverkehr nutzt, sollte sich vor der Fahrt über die aktuellen Fahrpläne informieren.

Hannover Airport prüft Kurzarbeit

Deutlich spürbar ist der Passagier-Rückgang bereits am Hannover Airport. Viele Flüge fallen aus, Verbindungen sind eingestellt oder Flugpläne stark reduziert. Aktuell liegt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Flughafenchef Raoul Hille bei rund 20 Prozent. Hille zufolge prüfen Betriebsrat und Geschäftsleitung die Einführung von Kurzarbeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.03.2020 | 07:00 Uhr

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