Stand: 24.02.2020 16:45 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona: "Niedersachsen ist gut vorbereitet"

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). © picture-alliance Foto: Bernd von Jutrczenka
Das Coronavirus könnte in Niedersachsen sehr schnell nachgewiesen werden, sagt Gesundheitsministerin Reimann. (Archivbild)

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sieht das Land für das Coronavirus gut aufgestellt. In Niedersachsen und andernorts in Deutschland zirkuliere das Virus derzeit nicht, betonte Reimann am Montag im Gespräch mit NDR Niedersachsen. Die Entwicklung in Italien müsse man zwar beobachten, Reimann sagte jedoch: "Niedersachsen ist gut vorbereitet. Wir haben schon vor Wochen eine Diagnostik eingeführt, sodass wir Corona sehr schnell und sehr gezielt nachweisen können." In einem Verdachtsfall könne so rasch geklärt werden, ob der Patient Grippe, das Coronavirus oder eine andere Erkrankung habe.

VIDEO: Coronavirus und die Folgen für die Wirtschaft (4 Min)

Für Krankenhäuser "Tagesgeschäft"

Im Fall einer bestätigten Infektion mit dem Virus in Niedersachsen setzt die Ministerin auf häusliche Quarantäne - damit gebe es in Deutschland gute Erfahrungen. In Bayern und auch in Frankfurt habe dies zuletzt sehr gut funktioniert, dort habe sich die Krankheit nicht weiter verbreitet. In den meisten Fällen nehme die Krankheit einen leichten Verlauf, sodass die Isolierung zu Hause ausreichend sei. Müssten Patienten wegen eines schwereren Verlaufs ins Krankenhaus, würde dies der Ministerin zufolge auch kein Problem darstellen: Es sei "Tagesgeschäft" im Krankenhaus, mit infizierten Personen umzugehen.

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Absage von Veranstaltungen "gut abwägen"

Reimann sprach sich dagegen aus, internationale Veranstaltungen aus Angst vor dem Virus vorschnell abzusagen - etwa anstehende Messen in Hannover. In Anbetracht der Entwicklung in Italien gebe es einen intensiven Austausch auf Fachebene, berichtete die Ministerin. "Das Infektionsschutzgesetz gibt die Möglichkeit, Veranstaltungen abzusagen - das aber will gut abgewogen werden. Ich bin sicher, dass dazu in dieser Woche intensive Diskussionen passieren."

Spahn: Deutschland könnte Ausbruch bewältigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag wegen des Ausbruchs in Italien von einer "neuen Lage" gesprochen. Es müsse damit gerechnet werden, dass sich die Krankheit auch in Deutschland ausbreiten kann. Allerdings sei Deutschland bestmöglich vorbereitet: Das Land verfüge über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, das Jahr für Jahr auch die Grippewellen erfolgreich bewältige. In Italien war am Montag der siebte Todesfall durch das Coronavirus gemeldet worden. Mehr als 220 Menschen sind dort infiziert. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 24.02.2020 | 16:00 Uhr

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