Silke Aichhorn, Harfinistin © NDR Foto: Jil Hesse

Silke Aichhorn: "Die Harfe kann wahnsinnig viel"

Stand: 05.08.2021 14:03 Uhr

Silke Aichhorn ist eine international gefeierte Harfenistin. Sie hat auch schon für den emeritierten Papst Benedikt im Vatikan gespielt. In diesen Tagen ist Aichhorn in Norddeutschland unterwegs.

von Stephan Sturm

Sie ist eine Botschafterin für die Harfe. Um Menschen die Klangmöglichkeiten und die Vielfalt ihres Instruments aufzuzeigen, reist sie auch zu den entlegensten Konzertorten. "Das ist mein Markenzeichen", verrät sie: "Ich bin sehr nahbar und sehr normal und ich möchte auch, dass das Publikum das merkt. Und ich kann trotzdem mit meiner Harfe gute Stimmung erzeugen und Menschen berühren."

Silke Aichhorn, Harfinistin © NDR Foto: Jil Hesse
"Das Publikum geht schlauer aus meinen Konzerten nach Hause", sagt Harfenistin Silke Aichhorn.

Egal, ob sie auf den großen Bühnen der europäischen Festivals spielt oder in kleinen abgelegenen Dorfkirchen: Mit ihren Programmen zeigt Silke Aichhorn, wie vielseitig die Harfe sein kann. Ihr Repertoire reicht von Barock bis Swing. "Die Harfe kann wahnsinnig viel", sagt sie.

Silke Aichhorn lädt das Publikum zum Harfespielen ein

Und wem das reine Zuhören im Konzert noch nicht genug ist, darf auch mal selbst Handanlegen. "Ich lade auch immer das Publikum ein", sagt Aichhorn: "Kommen Sie in der Pause, waschen Sie sich die Hände, dann dürfen sie selbst zupfen. Und die kriegen immer ganz große Augen, denn wir spielen mit Händen und Füßen. Und das mit den Füßen ist so wahnsinnig kompliziert, weil wir sieben Pedale haben und jedes Pedal hat drei verschiedene Positionen. Man kann auf jeder Saite drei verschiedene Töne produzieren."

Jede Saite kann also in drei verschiedenen Tonhöhen klingen: als Normal-Ton, einen Halbton tiefer oder einen Halbton höher. Und so kann man in Silke Aichhorns Konzerten einiges lernen. "Das ist auch das Spannende, weil das Publikum wesentlich schlauer nach Hause geht und einen neuen Blick auf die Harfe kriegt", so Aichhorn.

Musikerin stören die Klischees über die Harfe

Ihr ist es auch wichtig, mit den zahlreichen Klischees rund um die Harfe aufzuräumen. "Zum Beispiel 'ich dachte, Harfe sei langweilig, ein bisschen esoterisch'. Nein, Harfe kann unglaublich viel, wenn man sie ordentlich bedient." Ein Klischee stört sie dabei besonders: "Dass die Harfe gern in eine Schublade geschoben wird: Das ist ein Fraueninstrument, kann ja nicht so schwer sein."

Nicht nur bei großen Orchesterkonzerten und Kammermusikabenden kann man Silke Aichhorn erleben. Die Profiharfenistin spielt auch auf Kongressen, Hochzeiten und Trauerfeiern. Dabei hat sie sich häufig mit skurrilen Situationen auseinanderzusetzen: mit brennenden Kirchenteppichen, überdrehten Brautmüttern oder mit absurden Instrumenten-Transporten.

Die Harfenistin ist gern in Norddeutschland unterwegs

Zurzeit befindet sich die aus Oberbayern stammende Musikerin auf Konzertreise durch Norddeutschland. Sie mag das Land und die Menschen. "Ich spiele wahnsinnig gern im Norden, weil es einfach eine tolle Landschaft ist und fröhliche Menschen und ich immer das Gefühl habe, dass ich total willkommen bin."

Silke Aichhorn gibt Meisterkurse, ist Jurorin bei Wettbewerben und hat verschiedene Lehraufträge. Als Botschafterin für die Harfe ist sie ständig auf Tour und verbringt viel Zeit auf der Autobahn in ihrem Kleintransporter. Da kommen im Jahr schon einige Kilometer zusammen. "Wenn nicht Corona ist, sind es 40.000 Kilometer", erzählt sie.

Konzerte mit Silke Aichhorn in Norddeutschland

Freitag, 6. August um 19:30 Uhr: Schelfkirche in Schwerin
Sonnabend 7. August um 19 Uhr: Nebel auf Amrum
Sonntag 8. August um 11 Uhr: Nebel auf Amrum
Mittwoch 11. August um 20 Uhr: St. Marienkirche in Plau am See

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 05.08.2021 | 06:40 Uhr

Mehr Kultur

Daniel Craig mit Sonnenbrille im grauen Anzug in London im neuen James-Bond-Thriller "No Time To Die" "Keine Zeit zu sterben" © DANJAQ LLC and MGM

Dienstende: Zum letzten Mal zielt Daniel Craig als James Bond

Seit 15 Jahren verkörpert Daniel Craig James Bond. Sein letzter 007-Film feiert am Dienstag in London Weltpremiere. mehr