Auf dem Monitor im Künstlerzimmer sieht man das Aris Quartett bei einem Konzert im Kleinen Saal der Elbphilharmonie © NDR Foto: Marcus Stäbler

"Rising Stars" in der Elbphilharmonie nur im Videostream

Stand: 25.01.2021 14:44 Uhr

"Rising Stars" heißt eine Konzertreihe mit jungen Talenten der Klassik. Zum Jubiläum - dem 25-jährigen Bestehen - sind die Künstlerinnen und Künstler erstmals nur im Stream zu erleben. Aufgezeichnet wurden ihre Auftritte im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.

von Marcus Stäbler

Zu den Künstlerinnen und Künstlern gehören die Schlagwerkerin Vanessa Porter, der Bariton James Newby und das Aris Quartett aus Frankfurt, das Sie bei uns auf NDR Kultur hören konnten.

Annähernd echtes Konzerterlebnis

Natürlich ist es kein echtes Konzerterlebnis, vor einem Bildschirm zu sitzen. Aber es kommt dem schon ziemlich nahe. Das Aris Quartett ist eins der herausragenden Kammermusikensembles der jungen Generation. Es entfacht auch bei der Aufzeichnung für den Videostream eine Präsenz, wie wir sie aus Live-Auftritten kennen und vermissen.

"Wir haben heute eigentlich versucht, so normal wie möglich ein Konzert zu spielen", sagt Caspar Vinzens, der Bratscher vom Aris Quartett. "Es hat Spaß gemacht zu spielen, man hat auch das Gefühl von 'im Licht stehen' und Dunkelheit im Saal, da weiß man gar nicht so genau, ob da jetzt Leute sitzen oder nicht."

Höchste Konzentration und eine packende Energie

Marcus Stäbler unterhält sich mit Mitgliedern des Aris Quartetts © NDR Foto: Marcus Stäbler
Marcus Stäbler (hinten) unterhält sich mit Mitgliedern des Aris Quartetts

Rechts der Bratscher und der Cellist des Quartetts, beide im schwarzen Anzug, links die beiden Geigerinnen im eleganten, ärmellosen Kleid. Das Bild des Videostreams zeigt alle vier in der Totale, vor der schokoladenbraun schimmernden Rückwand im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Die Kamera fährt aber auch immer wieder um die vier Streicher herum und an sie heran. Wir schauen ihnen auf die Finger, über die Schulter und ins Gesicht. Dort spiegeln sich höchste Konzentration und eine packende Energie - etwa wenn die Geigerin Anna Katharina Wildermuth den Beginn von Mendelssohns d-Moll-Quartett hervorschießen lässt.

Sechs Konzerte im Stream

Auch ohne Live-Publikum sind Wildermuth und ihre Kollegen in jedem Takt auf Betriebstemperatur: "Man merkt, man ist wie ausgehungert nach Aufführungsmöglichkeiten. Man war so froh, mal wieder so eine Stimmung zu kreieren, so ein Gesamtkonzert zu spielen." Gesamtkonzert, das heißt in diesem Fall: etwa 60 Minuten. Alle sechs Konzert-Streams der Reihe "Rising Stars" umfassen ein Programm von jeweils einer Stunde. So schlägt das Aris Quartett eine Brücke von der Romantik zur Moderne, von Mendelssohn über Schostakowitsch und Kurtág, bis zu einem Auftragswerk von Misato Mochizuki.

Den Musikerinnen und Musikern näher als sonst

Wie die vier Mitglieder des Aris Quartett auf ihren Instrumenten nicht nur streichen und zupfen, sondern auch klopfen und trommeln, wäre natürlich live vor Ort noch spannender gewesen. Aber auch der Videostream hat seinen Reiz, nicht zuletzt, weil man den Musikerinnen und Musikern virtuell noch etwas näher kommt als sonst.

Das Ensemble selbst hat den Auftritt sehr genossen, bekennt Anna Katharina Wildermuth: "Die Möglichkeit zu haben, war wirklich für uns etwas Schönes, in dieser kargen Zeit."

Alle Infos, Links und Videos zum Festival "Rising Stars" gibt es auf der Homepage der Elbphilharmonie.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 26.01.2021 | 07:20 Uhr

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