Stand: 10.09.2020 15:15 Uhr  - N-JOY

Reeperbahn Festival 2020: Die Corona-Beschränkungen

auf dem Reeperbahn Festival 2019 © NDR Foto: Christina Grob
Die Scheinwerfer gehen an - aber viele sehen sie nicht. Das Reeperbahn Festival 2020 wird deutlich kleiner.

Wegen der Corona-Pandemie wurden fast alle Festivals im Norden im Jahr 2020 abgesagt. Die meisten fanden gar nicht statt, manche zum großen Teil online - aber unter normalen Umständen ging keines über die Bühne. Auch beim Reeperbahn Festival wird es 2020 Änderungen geben. Es findet aber statt, und zwar, wie geplant, vier Tage lang, mit Zuschauern. Die Veranstalter schreiben auf ihrer Webseite, das Festival gebe es, weil "es nicht nur um das Reeperbahn Festival selbst geht - sondern um eine existentielle Frage für Künstler*innen, Musikwirtschaftende sowie Spielstätten". Auf der Hamburger Reeperbahn starten sie also den Versuch eines Pandemie-gerechten Festivals. Zwischen dem 16. und 19. September können Besucher sehen, was das bedeutet.

Abstand und Maske in Innenräumen - außer am Platz

Wer das Reeperbahn Festival besucht, muss eine Maske mitbringen und sie innerhalb der Spielorte auf Wegen tragen, die an anderen Menschen vorbeiführen. Dazu zählt etwa der Weg zum eigenen Platz, der Weg zur Toilette oder der Weg zum Tresen. An den vorgegebenen Plätzen innerhalb eines Spielortes kann auf das Tragen der Maske verzichtet werden - genauso wie außerhalb der Spielorte. Gekennzeichnet sind diese Plätze etwa durch Stehtische, Markierungen oder Stühle - fast alle Spielorte werden bestuhlt. Generell gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu Personen aus anderen Haushalten. Innerhalb von Gruppen bis zu vier Personen aus maximal zwei Haushalten kann darauf verzichtet werden. Zwischen Künstlern auf der Bühne und Publikum müssen 2,5 Meter Platz sein. Die zeitlichen Abstände zwischen den Konzerten sind in diesem Jahr wesentlich größer, damit die Spielorte ausreichend gereinigt und gelüftet werden können. Beim Betreten und Verlassen von jedem Spielort müssen Hände desinfiziert werden.

Nur kleine Taschen und keine Garderoben in den Spielorten

Das Bild zeigt das Reeperbahn-Festival 2019. © NDR / N-JOY Foto: Torben Steenbuck
Wie in den Vorjahren gibt es ein Festival Village. Hier können Taschen abgegeben werden.

Vor den jeweiligen Spielorten werden Besucher in abgegitterten Schlangen warten, in denen entweder der Mindestabstand eingehalten oder Maske getragen werden muss. Taschen und Rucksäcke können bis zu einer Größe von 210 x 297 mm (entspricht DIN A4) mitgeführt werden. Es gibt wie in den Vorjahren eine zentrale Taschengarderobe im Festival Village auf dem Heiligengeistfeld. Dort können ihr Taschen gegen eine Gebühr von zwei Euro abgeben werden. Aus logistischen Gründen gibt es in den Spielorten keine Garderobe.

Weniger Zuschauer, kein Nacheinlass

Durch das Abstandskonzept können deutlich weniger Leute die Konzerte sehen. In den kleinsten Indoor-Spielort, den Bahnhof Pauli, dürfen nur 35 Personen hinein - im größten, der Hauptkirche St. Michaelis, können 500 dabei sein. Der größte Spielort wird unter freiem Himmel für 850 Personen auf dem Heiligengeistfeld aufgebaut. Sowohl innerhalb der Spielorte als auch draußen wird, wo es möglich ist, eine Einbahnstraßen-Wegführung eingerichtet. Personen, die stark alkoholisiert sind oder offensichtliche Krankheitssymptome zeigen, erhalten keinen Einlass. Einen nachträglichen Einlass, wenn Teile des Publikums das Konzert vor dem Ende verlassen, gibt es voraussichtlich in diesem Jahr nicht.

Nachverfolgung der Reeperbahn-Festival-Besucher

Die Nachverfolgung der persönlichen Daten der Festivalgänger erfolgt ähnlich wie im Restaurant: Pro Spielort muss ein Dokument abgegeben werden, auf dem Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Datum und Uhrzeit des Besuchs erfasst werden, um im Falle einer Corona-Infektion Informationen weitergeben zu können. Dies geschieht entweder nach dem Scannen eines QR-Codes vor Ort digital oder über ein Papierformular, das vorab ausgefüllt werden muss. Eine Abendkasse vor Ort gibt es nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich ein Ticket online zu kaufen - Verfügbarkeit vorausgesetzt, denn die Ticket-Kontingente sind stark begrenzt. Wer keine Tickets bekommen hat, kann sich viele Konzerte aber auch online ansehen.

Programm abgespeckt - mit vorrangig europäischen Acts

Die Veranstalter planen mit rund 120 Konzerten an vier Tagen. Dazu kommen etwa noch Vorträge und Konferenzen fürs Fachpublikum. Doch auch davon sind wesentlich weniger geplant als in den vergangenen Jahren. 2020 treten vorrangig nationale Acts und Acts aus dem europäischen Ausland in Hamburg auf. In der Elbphilharmonie wird in diesem Jahr nicht gespielt. Alle fünf Konzerte dort sind auf das Jahr 2021 verschoben.

Weitere Informationen
Frank Spilker im Portrtät. © Reeperbahnfestival Foto: Brigitta Jahn

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 16.09.2020 | 05:00 Uhr

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