Stand: 14.09.2020 08:00 Uhr

Neuland in Zahlen - Wie sich MV verändert hat

In Ostdeutschland bricht der Arbeitsmarkt mit der Wiedervereinigung in einigen Branchen komplett in sich zusammen. Binnen weniger Jahre verlieren mehrere Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz während im Westen die Konjunktur anzieht und die Arbeitslosenquote sinkt. In den 90er- und frühen 2000er-Jahren steigt die Arbeitslosenquote in den ostdeutschen Ländern auf über 20 Prozent an. In Westdeutschland liegt sie in diesen Jahren meist bei der Hälfte des Ost-Wertes. Dieses Bild ändert sich erst 20 Jahre nach der Wiedervereinigung - auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Statistik zeigt, dass der Nordosten bis zum Jahr 2009 ohne Ausnahme die höchste Arbeitslosenquote unter den norddeutschen Ländern hatte. Einen Rekordwert erreichte MV mit 25,7 Prozent am Anfang des Jahres 2005. Seit 2017 heißt das Schlusslicht dagegen konstant Bremen. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen dagegen war die Arbeitslosenquote auch in den letzten Jahren deutlich niedriger als in Mecklenburg-Vorpommern.

Für Frauen hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt seit 1990 angeglichen – in Richtung Osten. Deutlich mehr Frauen als noch vor 30 Jahren sind auch in den alten Bundesländern trotz Kindern berufstätig. Das Lebensmodell "Alleinverdiener und Hausfrau" kommt offenbar für immer weniger Familien in Frage. Das zeigt auch die aktuelle Frauen-Beschäftigtenquote in den norddeutschen Ländern: In den meisten Regionen geht mehr als die Hälfte der Frauen im erwerbsfähigen Alter arbeiten. Einen leichten Vorsprung gibt es in Mecklenburg-Vorpommern aber noch immer: Hier liegt die Quote in fast jedem Landkreis bei mehr als 60 Prozent.

Die Einkommen in Ostdeutschland sind zwar gestiegen - allerdings noch immer nicht auf das West-Niveau. Die Ostdeutschen haben außerdem kaum Vermögen - entsprechend können Sie deutlich weniger vererben als Westdeutsche. Das zeigt sich eindeutig an den Einnahmen der Länder durch die Erbschaftssteuer: Während diese in allen westdeutschen Bundesländern im Norden in den vergangenen 30 Jahren massiv gestiegen sind, bleibt Mecklenburg-Vorpommern auf einem konstant sehr niedrigen Niveau. Das zementiert die Ungleichheit der Vermögen zwischen Ost und West. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.09.2020 | 08:00 Uhr