Stand: 08.08.2012 17:29 Uhr  | Archiv

225 Jahre im Einsatz: Die Wasserschutzpolizei

von Katharina Gelhaus
Passkontrollen durch die Wasserschutzpolizei © Polizei Hamburg Foto: Polizei Hamburg
Wasserschutzpolizisten kontrollieren in den 1930-Jahren die Ausweise von Passagieren.

Auch in ihrer Freizeit machen jetzt viele Hamburger die Leinen los. Insbesondere Bootsausflüge auf der Alster erfreuen sich großer Beliebtheit. Ab 1892 ist die Hafenpolizei auch dort für die Aufsicht über den Schiffsverkehr zuständig. Zur Jahrhundertwende umfasst das Personal 180 Mann. Auch die Flotte wird nach und nach ausgebaut.

Die Beamten fungieren auch als Grenzpolizei und kontrollieren ein- und auslaufende Schiffe im Hafen. Zum Schutz der Hamburger vor Krankheiten prüfen die Polizisten jedes ankommende Schiff aus "verdächtigen Gebieten" - also Regionen, in denen gerade ansteckende Krankheiten grassieren.

Auslandseinsätze in der NS-Zeit

In den 1930er-Jahren erhält die Organisation der Polizisten zu Wasser ihren heutigen Namen: Wasserschutzpolizei. Durch die nationalsozialistische Politik prägen militärische Inhalte zunehmend die Ausbildung der Mitarbeiter. Jüdische und sozialdemokratische Polizisten müssen bereits 1933 die Wasserschutzpolizei verlassen. Die Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer ihrer Organisationen wird für die Beamten zur Pflicht. Hamburger Wasserschutzpolizisten sind während des Zweiten Weltkriegs an zahlreichen Standorten in den von Deutschland besetzten Gebieten im Einsatz. So zum Beispiel in den Niederlanden, wo sie die Aufgaben der lokalen Hafen- und Wasserschutzpolizeien übernehmen.

Umweltschutz als neue Herausforderung

Nach dem Krieg steht Hamburg unter britischer Militärverwaltung. Ab 1948 geben die Briten die Verantwortung für die Stadt schrittweise an die Hamburger zurück. Die Wasserschutzpolizei übernimmt nach und nach wieder ihre alten Aufgaben. Aber auch neue Herausforderungen warten in der Industrie- und Hafenstadt Hamburg, wo Luft- und Wasserverschmutzung eine immer größere Rolle spielen. Die Wasserschutzpolizei kontrolliert seit den 1970er-Jahren die Einhaltung von Umweltschutzgesetzen im gesamten Stadtgebiet. Rund 550 Mitarbeiter gewährleisten heute die Sicherheit im größten deutschen Seehafen.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 01.09.2012 | 19:30 Uhr

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