Sendedatum: 01.05.2014 19:05 Uhr  | Archiv

Atlas des Aufbruchs: 25 Jahre Mecklenburg-Vorpommern

Mit der friedlichen Revolution im Herbst 1989 war die Alleinherrschaft der SED gebrochen worden. An Runden Tischen kontrollierten nun die Bürger den Staatsapparat der DDR. In nur vier Wochen von der großen Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober bis zur Öffnung der Grenze am 9. November 1989 hatte das Volk seine Souveränität zurückgewonnen.

Wunsch nach radikalem Umbau

1990 dann wurden neue politische Modelle ausprobiert. Eine eigenständige DDR mit demokratischen Strukturen und gerechter Verteilung der Ressourcen – für viele Bürgerrechtler damals eine durchaus realistische Option. Der radikale Umbau des Landes ging jedoch bald einher mit dem Wunsch der Mehrheit des Volkes nach der Deutschen Einheit, nach sozialer Marktwirtschaft.

Alles sollte anders, besser werden

Doch zunächst wurde das Land umgekrempelt, auch im Norden der DDR. Der Rostocker Gerechtigkeitsausschuss wollte politisch Verfolgten die Würde zurückgeben und Unrecht wiedergutmachen. Der Strafvollzug der DDR wurde reformiert, Staats- und Sicherheitsorgane abgewickelt, NVA-Offiziere suchten Kontakte zu einstigen Gegnern der Bundeswehr. Eltern von Kindern mit Behinderungen schlossen sich zusammen, besetzten Stasi-Häuser und sorgten für menschenwürdige Verhältnisse. Alles sollte anders, besser werden. Doch viele vorgezeichnete Berufswege brachen plötzlich ab: Spitzensportler der DDR zum Beispiel mussten sich fortan selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern, stürzten in ein tiefes Loch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.05.2014 | 19:05 Uhr

Tagungssaal des Runden Tisches im Rostocker Rathaus.

Runde Tische: Erste Schritte in die Demokratie

Ende 1989 diskutierten Rostocker Bürgerrechtler erstmals mit den alten SED-Herrschern - an einem runden Tisch. Christoph Kleemann erlebte hier die ersten Schritte in die Demokratie. mehr

Zwei Männer stehen mit Transparenten vor einem Waldstück.

Mit Transparenten gegen die Staatssicherheit

Ende 1989 wurde langsam das Ausmaß der Stasi-Aktivitäten sichtbar. Mit Mahnwachen wollte eine Bürgerinitiative bei Crivitz die Vernichtung geheimer Unterlagen verhindern. mehr

Stephan Dörfel und Hannelore Lüdtke halten ein Transparent der ersten Demo für Menschen mit Behinderungen vom 12.12.1989 in Schwerin. "Aufschrift: Vergesst uns nicht!"

Behindertenrechte: "Vergesst uns nicht!"

Angefangen hatte alles mit der Besetzung eines Stasi-Komplexes in Schwerin-Mueß: Hier begann die Erfolgsgeschichte der Behindertenhilfe in Mecklenburg-Vorpommern. mehr

Schwarzweißbild von Demonstration 1989

Mit Kerzen und Sprüchen für mehr Freiheit

"Warum sollte ich in Greifswald eine Demonstration untersagen? Den Mut hatte ich nicht", erinnert sich der damalige Volkspolizei-Chef Bernd Haase. Ein Rückblick in den Herbst 1989. mehr

Bild von der Grenzöffnung, Frau mit Kind auf einem Fahrrad, 1989  Foto: Sigurd Müller

Mit dem Fahrrad in die Freiheit

1989 macht Sylvia Ulfig sich auf den Weg über die gerade geöffnete Grenze. 25 Jahre später erkennt sie sich auf einem Foto wieder - und erzählt ihre Geschichte des Aufbruchs. mehr

Bauwagen der" Geschichts Reporter" vor dunklem Himmel und menschlichen Silhouetten (Montage) © fotolia.com, NDR

Unsere Geschichte: Atlas des Aufbruchs

25 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR trägt der NDR einen norddeutschen Atlas des Aufbruchs zusammen. Von Güstrow bis Grimmen, von Schwerin bis Stralsund: Schreiben Sie mit! mehr

Unsere Partner im Projekt

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"Das Ereignis vor 25 Jahren war ein welthistorisches Ereignis", betont Jochen Schmidt. Der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung unterstützt unseren "Atlas des Aufbruchs". 1 Min

Anne Drescher, Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR
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"... Geschichten nachspüren ..."

Anne Drescher ist die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen in MV. Sie möchte den Geschichten nachspüren und unterstützt den Atlas des Aufbruchs mit Freude, weil "so viele Frauen und Männer im Land mitmachen". 1 Min

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Historische Aufnahme der Eröffnung des Kanaltunnels. © WNA NOK

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Vor 60 Jahren ist das Bauwerk eröffnet worden. Für die Menschen in der Region war es damals mehr als eine Erleichterung. mehr

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