Stand: 10.12.2019 06:47 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Dezember 1989: Geiselnahme in Groß Düngen

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Gisela und Siegfried Schilberg wurden vor 30 Jahren in ihrem eigenen Haus als Geiseln genommen.

10. Dezember 1989. Es ist der zweite Advent, kurz vor 8 Uhr, als für Gisela Schilberg der Albtraum beginnt. Im Schlafzimmer ihres Hauses in Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) reißt sie ein lautes Poltern aus dem Schlaf. Kurz darauf steht ein Schwerverbrecher vor ihr, hält ihre eine Schusswaffe vor und schreit sie an. "Es war furchtbar", erinnert sich Gisela Schilberg 30 Jahre nach den Ereignissen, die den Bad Salzdetfurther Ortsteil Groß Düngen überregional bekannt machten.

Vor 30 Jahren: Geiselnahme in Groß Düngen

Hallo Niedersachsen -

Am 10.12.1989 brachte ein Geiselnehmer im niedersächsischen Groß Düngen drei Personen in seine Gewalt. Gisela und Siegfried Schilberg erinnern sich an den zweiten Advent vor 30 Jahren.

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Tödliche Schüsse in Hannover

Rund neun Stunden dauerte die Geiselnahme in ihrem Haus. Neben Gisela Schilberg hatte der Täter ihren Mann Siegfried und ihre damals 95 Jahre alte Mutter in der Gewalt. Dass es sich bei diesem um einen gefährlichen Mann handelte, ahnten sie - mehr aber auch nicht. Dass der Geiselnehmer in der Nacht zuvor in Hannover einen jungen Mann nach einem Streit mit drei Schüssen aus einer Waffe getötet hatte, dass er wegen Vergewaltigung und Einbrüchen im Gefängnis saß, dass er nur aufgrund eines Hafturlaubs frei war und auf seiner vorherigen Flucht bereits vier Geiseln genommen hatte - das alles war den Schilbergs nicht bekannt.

"Es war so schon hart"

"Nur gut, dass wir das nicht vorher wussten", erinnert sich Gisela Schilberg heute. Es sei daher "etwas leichter" gewesen, mit der Situation und dem Täter umzugehen. "Ich glaube, sonst hätte ich mehr gezittert. Es war so schon hart", sagte sie dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen.

Die Angst kommt wieder

Die Polizei war dem damals 41 Jahre alten Täter schnell auf der Spur. Bad Salzdethfurth sollte nur ein Zwischenziel seiner Flucht sein. Mit dem Zug wollte er Richtung Süden. Weil am frühen Sonntagmorgen kein Zug fuhr, musste der Schwerverbrecher seinen Plan ändern - was ihn zum Haus der Schilbergs führte. Die Folgen der Geiselnahme spüren beide auch 30 Jahre später. Wenn ungewöhnliche Geräusche zu hören sind - sei es auch nur durch einen Marder, der auf dem Dach aktiv ist - sei die Angst wieder da, erzählt Siegfried Schilberg dem NDR. Er war die letzte Geisel in der Gewalt des Mannes.

Am frühen Nachmittag des 10. Dezember 1989 ließ der Täter die beiden Frauen frei. Zwei Stunden später gelang Siegfried Schilberg die Flucht durch ein Fenster. Danach gab der Geiselnehmer auf. Er starb Jahre später hinter Gittern.

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