Stand: 10.09.2017 17:01 Uhr  | Archiv

3,5 Millionen Menschen nutzen Denkmal-Tag

Zum "Tag des offenen Denkmals" sind in ganz Deutschland am Sonntag etwa 3,5 Millionen Menschen zu historischen Bauten gepilgert. Die Eröffnung fand in diesem Jahr im niedersächsischen Oldenburg statt. Dort sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) am Vormittag: "Die über eine Million Denkmäler in Deutschland sind Ausdruck unserer Identität und Geschichte." Sie böten in unserer schnelllebigen Zeit einen Anker der Selbstreflexion.

In Oldenburg konnten Besucher zum Beispiel ein reich verziertes Fachwerkgiebelhaus besichtigen, dessen Deckenmalereien aus der Renaissance gut erhalten sind. Insgesamt öffneten in Niedersachsen etwa 600 Denkmäler, in Bremen 50.

"Macht und Pracht" in rund 7.500 Baudenkmälern

Die Veranstaltung stand 2017 unter dem Motto "Macht und Pracht". Der Leitspruch beziehe sich auf Denkmäler, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden wie etwa prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mit. Insgesamt konnten an diesem Wochenende rund 7.500 historische Baudenkmäler, Parks und archäologische Stätten besucht werden - viele davon sind sonst nicht zu besichtigen.

Schleswig-Holstein: Gewölbekeller, Feuerschiff und Knechtchen Hallen

In Schleswig-Holstein waren es mehr als 130 Gutshäuser, Kirchen, Friedhöfe und Mühlen, die ihre Tore öffneten. Zu besichtigen waren unter anderem der gotische Gewölbekeller Mölln, das Wasserkraftwerk Farchau, das Feuerschiff in Lübeck, der Haubarg Fleudenberg in Tönning, die Knechtchen Hallen in Pinneberg und das St. Johannis-Kloster in Schleswig. In Lübeck waren 36 Denkmäler geöffnet, in Kiel vier und in Neumünster nur die Villa Wachholtz.

Mecklenburg-Vorpommern: Freier Eintritt in zahlreichen Schlössern

In Mecklenburg-Vorpommern waren rund 200 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser, Kirchen, Bürgerhäuser, Gärten, Villen in Ostseebädern und Großbauten der Moderne zu besichtigen. Erstmalig war zudem der Eintritt in die landeseigenen Schlösser Bothmer, Granitz, Güstrow, Hohenzieritz, Ludwigslust, Mirow, Schwerin und Wiligrad kostenfrei. Im Schloss Mirow standen die prächtigen Schnitzereien und exquisiten Tapeten im Mittelpunkt, bei Führungen im Schloss Wiligrad konnten die Besucher ihren Blick durch wieder freigestellte Sichtachsen über den See auf die ferne Silhouette der Residenzstadt Schwerin lenken. Im Schloss Güstrow als einem der bedeutendsten Renaissanceschlösser in Norddeutschland fanden unter dem Motto "Ein festes Haus für den Landesherrn" und "Die Farben der Macht" Führungen durch das Schloss statt.

Hamburg: Schröderstift, Goßlerhaus und Viktoria-Kaserne öffneten

In Hamburg konnten mehr als 130 Villen, Kirchen, Friedhöfe, Bunker und Kontorhäuser besichtigt werden. Darunter waren unter anderem das Goßlerhaus in Blankenese, die Viktoria-Kaserne Altona, die Bergedorfer Mühle, die Grindelhochhäuser, die Amsinck-Villa in Lokstedt und das Schröderstift in Rotherbaum. Passend zum Reformationsjubiläum standen auch zahlreiche Kirchen offen.

Der "Tag des offenen Denkmals" findet in Deutschland seit 1993 jeweils am zweiten Sonntag im September statt. Er wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn koordiniert und ist der deutsche Beitrag zu den "European Heritage Days" unter Schirmherrschaft des Europarates.

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 02.09.2017 | 18:00 Uhr

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