Ein Mann tippt auf ein virtuelles Display © Colourbox Foto: Sergey Nivens

Im sicheren Netz: Bewusster in der digitalen Welt bewegen

Stand: 15.11.2020 11:23 Uhr

Die ARD-Themenwoche unter dem Motto #WIELEBEN fragt: Wie wollen wir leben? Sechs junge Menschen erzählen, wie sie sich zusammen mit anderen für eine bessere Zukunft engagieren.

von Marc Hoffmann

Netzaktivisten sorgen sich um Datenschutz und Privatsphäre im Internet und organisieren sogenannte Crypto-Partys, bei denen sich Menschen einander helfen und erklären, wie man sich besser gegen Datensammler, Überwachung und Spionage im Netz schützen kann.

Netzaktivist kann jeder werden

Solche von Netzaktivisten initiierten dezentralen Do-it-yourself-Treffen gibt es weltweit. Vor der Corona-Pandemie waren es echte, physische Treffen - derzeit finden sie nur im virtuellen Raum statt. Jede und jeder könne mitmachen, nicht nur Informatik-Genies und Profi-Hacker, betont Tim, ein 30-jähriger Hamburger, der solche Treffen organisiert.

Mit neuem Bewusstsein durch das Netz surfen

Es geht den Aktivisten von "CryptoParty Hamburg", die hier nur mit ihrem Vornamen genannt werden möchten, vor allem auch um ein neues Bewusstsein, mit dem sich die Nutzer durch das Netz bewegen - das wird gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich. Alexander, ein weiterer Kopf hinter der Hamburger Initiative, meldet sich telefonisch zu Wort, aber nicht über eine normale Telefonverbindung, sondern per Messenger-App "Signal". Nicht, weil uns jemand abhören könnte, sondern offenbar aus Prinzip. Die App verspricht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Daten-Sparsamkeit.

Datenschutz als erste Bürgerpflicht begreifen

Der Linguist erzählt, dass man kein Programmierer werden müsse, um sich selber im Internet schützen zu können, aber man sollte doch ein paar grundlegende Dinge verstehen. "Digitale Selbstverteidigung" nennen die Netzaktivisten das. Datenschutz ist für die Organisatoren von "CryptoParty Hamburg" so etwas wie erste Bürgerpflicht und verbrieftes Grundrecht zugleich.

Jeder, der das Internet, Apps oder Betriebssysteme nutzt, sollte vollkommen transparent nachvollziehen können, welche Daten er da preisgibt, wer die bekommt und was mit denen geschieht. Das sei derzeit allerdings noch eine Vision. In dieser neuen Welt müssten vor allem die gewinnstrebenden Tech-Giganten aus dem Silicon Valley künftig deutlich zurückstecken.

Puzzlestücke © Fotolia.com Foto: fotogestoeber

AUDIO: Wie wollen wir leben? Junge Menschen und ihre Visionen (27 Min)

Eine Weltbehörde für das Internet?

Tim macht deutlich, dass das Internet und Software-Entwicklungen in erster Linie den Menschen und der Gesellschaft dienen sollten. Seine Vorstellung von einem sicheren, freien und wirklich transparenten World Wide Web ist politisch: "Gerade die digitale Welt ist ja weltumspannend. Man bräuchte ja eigentlich eine Weltbehörde, die das alles regelt - und das ist der Punkt, wo es schwierig wird."

Diese Vision Realität werden zu lassen, erscheint derzeit höchst unrealistisch. Aber es lohne sich, für ein besseres Leben in der digitalen Welt zu kämpfen, ergänzt Alexander.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Das Forum | 16.11.2020 | 20:35 Uhr