Stand: 11.06.2018 16:55 Uhr

Welche Sonnenbrille schützt richtig?

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Eine Sonnenbrille, die optimalen Schutz für die Augen bietet, muss nicht teuer sein.

Sonnenstrahlen können nicht nur die Haut schädigen, sondern auch die Augen. Mögliche Folgen von UV-A- und UV-B-Strahlen sind eine Entzündung der Hornhaut oder Bindehaut, eine Eintrübung der Linse (grauer Star) und Krebs. Experten vermuten außerdem einen Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlen und dem Entstehen der Makuladegeneration. Um Schäden am Auge zu verhindern, sollte man bei starkem Sonnenschein eine Sonnenbrille tragen.

Die Augen eine Frau werden untersucht.

Welche Sonnenbrille schützt richtig?

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Eine Sonnenbrille soll Augen vor gefährlichen UV-A- und UV-B-Strahlen schützen. Welche Modelle bieten ausreichend Schutz? Und worauf kommt es bei Form und Farbe an?

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Wie Sonnenstrahlen dem Auge schaden

Im Auge absorbiert die Linse den größten Teil der UV-A- und UV-B-Strahlen. Dabei verändern sich Eiweiße, sodass langfristig eine Trübung der Linse auftreten kann. Ein kleiner Teil der langwelligen UV-A-Strahlung trifft durch die Linse hindurch und auf die Netzhaut. Treffen extrem starke Strahlen ungefiltert länger als 30 Sekunden direkt auf die Netzhaut, kommt es zu einer photochemischen Reaktion: Die Photorezeptoren der Netzhaut werden zerstört. So kann ein direkter Blick in die Sonne, zum Beispiel beim Beobachten einer Sonnenfinsternis, schon in Sekunden zu akuten, irreversiblen Schäden führen. Bei der sogenannten Schneeblindheit verbrennt die Hornhaut binnen Stunden.

Hohe UV-Belastung am Wasser

Vor allem am Strand und im Wasser sollte man die Augen gut schützen. Besonders groß ist die Gefahr beim Wassersport: Das sogenannte Surfer's Eye ist eine Wucherung der Bindehaut, die häufig als Folge der intensiven Sonneneinstrahlung auf dem Wasser entsteht. Denn dort kommt das Licht nicht nur von oben, sondern wird durch die Wasseroberfläche von allen Seiten reflektiert. Als Folge der extremen UV-Belastung wuchert die Bindehaut über die Hornhaut hinaus. Wird die Wucherung zu  groß, muss sie entfernt werden.

Ältere Sonnenbrillen bieten oft keinen Schutz

Vorsicht bei älteren Brillenmodellen: Sie lassen häufig einen großen Teil der UV-Strahlen durch und sollten ersetzt werden, denn hinter dunklen Gläsern öffnen sich unsere Pupillen und lassen so mehr Strahlen ins Auge. Ihnen ist die Netzhaut dann schutzlos ausgeliefert. Es ist gesünder, keine Sonnenbrille zu tragen als eine mit schlechtem UV-Schutz. Ob eine vorhandene Sonnenbrille wirklich schützt, kann man beim Optiker messen lassen.

Filter: "UV400" oder "100 Prozent UV-Schutz" wichtig

Für wirksamen Sonnenschutz sollte eine Sonnenbrille alle UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausfiltern. Solche Brillen sind an der Aufschrift "UV400" oder "100 Prozent UV-Schutz" zu erkennen. Die Kennzeichnung versichert dem Käufer, dass die Brille die Augen vor schädigenden UV-Strahlen schützt.

Das CE-Zeichen hingegen müssen alle Sonnenbrillen tragen, die in Deutschland verkauft werden: Es zeigt an, dass mindestens ein UV-Schutz bis 380 Nanometer vorhanden ist - allerdings wird diese Angabe von keiner unabhängigen Stelle überprüft.

Form: Sonnenbrille sollte Augen abdecken

Eine Sonnenbrille sollte so sitzen, dass sie das Auge möglichst vollständig abdeckt und auch die Einstrahlung von der Seite verhindert. Sie sollte möglichst nah am Auge liegen. Breitere Bügel schützen vor Streulicht von der Seite.

Farbe: Tönung ist Geschmackssache

Die Tönung der Gläser sagt nichts über den UV-Schutz aus. Je heller das Licht ist, desto dunkler sollte die Brille sein. Denn grelles Licht lässt die Augen schnell ermüden. Die Farbe der Brillengläser ist Geschmackssache. Bei vielen Sportlern sind orangefarbene Gläser beliebt, weil alles Grüne viel satter wirkt. Für den Straßenverkehr sind sie jedoch nicht geeignet, denn sie verfremden Schilder und Warnlichter. Außerdem sollten die Gläser keine Einschlüsse oder Unschärfen aufweisen. Das Bild darf nicht wabern oder gebogen wirken, denn das kann zu Kopfschmerzen führen.

Weitere Informationen

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Experten zum Thema

Priv.-Doz. Dr. Ulrich Schaudig, Chefarzt
Augenklinik
Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220, 22291 Hamburg
(040) 18 18-82 28 31
www.asklepios.com

Dr. Cornelia Baldermann
Bundesamt für Strahlenschutz
Willy-Brandt-Straße 5, 38226 Salzgitter
www.bfs.de

Weitere Informationen:
Bundesamt für Strahlenschutz
Tägliche UV-Prognose (April bis September) für zehn Vorhersagegebiete in Deutschland:
www.bfs.de

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