Stand: 14.08.2017 17:15 Uhr  | Archiv

Wenn die Brustwirbelsäule Probleme macht

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Oft ist unklar, wo genau der Rückenschmerz herrührt und lokalisiert ist. Mediziner können das ertasten.

Probleme mit der Brustwirbelsäule (BWS) sind  häufig funktionell bedingt, das heißt, sie können keiner konkreten Ursache zugeordnet werden. Typisch für ein sogenanntes BWS-Syndrom sind Schmerzen zwischen den Schulterblättern, die über den Rippenbogen bis nach vorn ziehen. Sie schränken die Beweglichkeit der Betroffenen ein und erschweren die Atmung.

Brustwirbelsäule: Schmerzhafte Blockaden

Das Besondere an der Brustwirbelsäule ist, dass an ihren Wirbelkörpern die Rippen hängen. Das bedeutet für die Wirbel in diesem Bereich eine große Belastung. Viele kleine Verbindungs-Scharniere sorgen für Beweglichkeit. Sie befinden sich nicht nur am Wirbel selbst, sondern verbinden in Form von Knorpelgelenken die Rippen auch vorn mit dem Brustbein.

Um den Brustraum beim Atmen zu erweitern, müssen die Wirbelgelenke frei beweglich sein. Ist eines dieser Scharniere blockiert, kann es zu einer schmerzhaften Kettenreaktion führen: Der Muskel verhärtet sich - und zieht so möglicherweise an einer ungewohnten Stelle.

Diagnose: Röntgen nützt nichts

Die Diagnostik und Behandlung des BWS-Syndroms ist eine Domäne der manuellen Medizin, denn bildgebende Verfahren helfen dabei kaum weiter. Zunächst muss ausgeschlossen werden, dass die Schmerzen nicht doch eine ernstere Ursache haben, zum Beispiel einen Wirbelbruch, eine Entzündung oder gar einen Tumor oder Herzinfarkt. Manuell wird der Arzt dann die einzelnen Bereiche der Brustwirbelsäule - Rippen, Gelenken, Muskeln und Sehnen - untersuchen, um die Ursache der Beschwerden und die Folgewirkungen an anderer Stelle zu unterscheiden. Erfahrene manuelle Mediziner können die unterschiedlichen Blockaden in den Gelenken, der Muskulatur und dem Bindegewebe ertasten und auflösen.

Bei Verhärtungen helfen Wärme und Bewegung

Eine Anspannung der Rückenmuskulatur im Bereich einer Blockierung ist als Verhärtung zu spüren. So eine Verhärtung der an der Brustwirbelsäule ansetzenden Muskulatur tritt oft zum Beispiel nach längerer Ruhigstellung der Wirbelsäule wegen einer Verletzung auf. Auch eine ungewohnte Belastung beim Heben oder ein kräftiger Husten können zu einer solchen Muskelverspannung führen, die aber ebenso schnell wieder verschwinden kann. Hilfreich in einem solchen Fall sind auf jeden Fall Wärme und eventuell Schmerzmittel, damit sich der Betroffene weiter bewegen kann. Das ist wichtig, denn durch die Bewegung lässt sich die Verspannung oft wieder lockern - und kaputtmachen kann man damit nichts.

Fehlstellungen werden händisch korrigiert

In dem komplexen Netz von Gelenken und Muskeln der Brustwirbelsäule gibt es eine Vielzahl von Gelenken, die gestört sein können. Aber auch die inneren Organe sind über das Bindegewebe mit der Brustwirbelsäule verbunden. Liegt die Ursache für die Beschwerden in einer Fehlstellung einer Rippe oder eines Gelenks, versucht der Arzt, sie mit speziellen Griffen und möglichst geringem Kraftaufwand zu beheben. Gelingt dies, kann der Patient seine Schonhaltung überwinden und die verbesserte Beweglichkeit lässt die Beschwerden verschwinden.

Im Anschluss ist der Patient selbst gefordert, mit regelmäßigen Dehnungsübungen und körperlicher Bewegung die Muskeln, Gelenke und Bindegewebe an der Brustwirbelsäule aktiv zu entspannen.

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Visite | 15.08.2017 | 20:15 Uhr

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