Stand: 11.06.2019 09:49 Uhr

Rückenschmerzen: Therapie beim ISG-Syndrom

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Langes Sitzen verstärkt die Beschwerden beim ISG-Syndrom.

Etwa jeder dritte Deutsche leidet an Rückenschmerzen. Dabei sind Schmerzen im Bereich des unteren Rückens besonders häufig. In vielen Fällen gehen die Schmerzen dann vom Iliosakralgelenk (ISG) aus. Dieses, auch Kreuz-Darmbein-Gelenk genannt, besteht aus zwei Gelenken, die links und rechts die Beckenschaufeln (Os ilium) mit dem unteren Teil der Wirbelsäule, dem Kreuzbein (Os sacrum), verbinden.

Mann in der Hocke

Rückenschmerzen: Therapie beim ISG-Syndrom

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Schmerzen im unteren Rücken kommen häufig vor. Oft ist ein blockiertes oder entzündetes Iliosakralgelenk die Ursache. Eine manuelle Therapie kann in vielen Fällen helfen.

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Funktion des Iliosakralgelenks

Das Iliosakralgelenk leitet beim Heben und Tragen das Gewicht von oben an Hüfte und Beine weiter und federt umgekehrt Stöße von den Beinen ab. Somit hat es in erster Linie eine stabilisierende Funktion. Daher kann sich das Gelenk auch nur wenig bewegen. Eine aktive Bewegung des Iliosakralgelenks ist nicht möglich. Das Gelenk wird durch den knöchernen Beckenring und zahlreiche Bandstrukturen stabilisiert.

Im Gespräch
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Was hilft beim ISG-Syndrom?

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Bei einer Blockade oder Entzündung des Iliosakralgelenks kann eine manuelle Therapie helfen. Worauf dabei zu achten ist, erklärt Orthopäde Dr. Jörg Ohnsorge. Video (05:35 min)

Blockaden im Iliosakralgelenk: Ursache und Folgen

Ursachen für eine Blockade des Iliosakralgelenks sind meist Fehlbelastungen und Fehlstellungen der Beine und der Wirbelsäule. Typische Auslöser sind ein Verheben oder ein Tritt ins Leere beim Übersehen einer Treppenstufe.

Die Folgen sind eine erhöhte Belastung der Bänder, die zu einer Bewegungseinschränkung (Blockade) des Gelenkes und zu Verspannungen der stabilisierenden Muskulatur führt. Wird dabei ein Nerv eingeklemmt, verspüren Betroffene in der Regel heftige einseitige Rückenschmerzen, sodass eine normale Bewegung nicht mehr möglich ist. Bewegung und Wärme lindern die Beschwerden, durch langes Sitzen werden sie verstärkt. In vielen Fällen strahlen die Schmerzen in die Leiste oder das Gesäß aus.

Diagnose einer Blockade des Iliosakralgelenks

Die Diagnose einer ISG-Blockade stellt der Arzt in der Regel nach einer sorgfältigen Befragung und körperlichen Untersuchung des Betroffenen. Neben sichtbaren Veränderungen in der Körperhaltung, etwa einer asymmetrischen Beckenstellung, gibt es Funktionstests, mit denen die Beweglichkeit des Gelenkes untersucht werden kann.

Test: Liegt es am Iliosakralgelenk?

  • Auf den Rücken legen und jedes Bein möglichst 90 Grad gerade nach oben strecken. Treten dabei keine Schmerzen auf, liegt es wahrscheinlich nicht an der Bandscheibe.

  • In Rückenlage das Bein auf der gegenüberliegenden (nicht schmerzenden) Seite ablegen und dann auf der schmerzhaften Seite die Muskeln im Hüftbereich ertasten und drücken. Treten dabei Schmerzen auf, kann das Iliosakralgelenk die Ursache sein.

  • In Rückenlage ein Bein anwinkeln und den Unterschenkel kreisen. Treten dabei Schmerzen auf, deutet das auf ein Problem im Iliosakralgelenk hin.

Manuelle Therapie bei Schmerzen im Iliosakralgelenk

Mit der sogenannten manuellen Therapie lassen sich Blockaden lösen. Diese beschränken sich nicht immer auf das Iliosakralgelenk, sondern können entlang der Wirbelsäule bis in die Halswirbelsäule auftreten. Durch Einrenken werden die Gelenke wieder in ihre natürliche Position gebracht und mobilisiert. Anschließend sollten die Betroffenen noch mindestens eine halbe Stunde spazieren gehen, statt sich gleich wieder ins Auto oder ins Büro zu setzen. So bekommt die Muskulatur die Chance, sich wieder einzupendeln.

Nach einer Mobilisation einer ISG-Blockade müssen die Betroffenen die stabilisierende Rumpf- und Rückenmuskulatur stärken, um einer erneuten Blockade dauerhaft vorzubeugen.  

Schmerzen im Iliosakralgelenk bei Arthrose

Insbesondere bei älteren Menschen werden Schmerzen im Iliosakralgelenk oft durch altersbedingte Verschleißerscheinungen (Arthrose) verursacht. Auch dann können manuelle Therapien die Schmerzen lindern. In besonders schlimmen Fällen lassen sich die Beschwerden durch das Spritzen eines lokalen Betäubungsmittels, Kortison oder Hyaluronsäure - zumindest für eine Weile - vermindern.

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Experten zum Thema

Priv.-Doz. Dr. Jörg Ohnsorge, Orthopäde
Orthopädie an der Alster
Eppendorfer Landstraße 77
20249 Hamburg
www.ohnsorge-spine.com

Dr. Wolfgang Bossen, Orthopäde
Jungfernstieg 7
20354 Hamburg
www.orthopaedie-am-jungfernstieg-7.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 11.06.2019 | 20:15 Uhr

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